ERICA
Review

Erica (PS4) im Test – Ein interaktiver Horror-Thriller

Auf der vergangenen gamescom 2019 wurde während der Opening Nigh überraschenderweise von Sony der interaktive Horror-Thriller Erica für PlayStation 4 veröffentlicht. Ursprünglich wurde der Titel bereits 2017 als Teil der PlayLink-Reihe angekündigt. Ob das spielbare Live-Action-Thriller etwas hermacht werdet ihr im folgenden Test erfahren. Wir waren jedenfalls sehr aufgeregt und haben jeden Moment mitgefiebert.  

Triff deine Entscheidungen in diesem interaktiven Live-Action-Thriller 

Der von FlavourWorks entwickelte Titel gehört mit zur Reihe der PlayLink-Titel, wie auch beispielweise Hidden Agenda, welche vorwiegend mit dem Smartphone gespielt werden können. Zwar könnt ihr hierfür auch ganz normal den DualShock-Controller nutzen, jedoch können auch wir die Smartphone-Steuerung euch ans Herz legen. Kurzerhand die App heruntergeladen und ihr könnt in das Spiel starten. Viel mehr erwartet euch jedoch ein interaktiver Film, in welchem ihr Entscheidungen treffen und so maßgeblich den Verlauf der Handlung beeinflussen könnt.  

Das Grundprinzip kennt man demzufolge bereits von anderen Titeln und selbst Netflix hat mit Black Mirror Bandersnatch einen interaktiven Film umgesetzt. Erica geht jedoch noch einen Schritt weiter und bietet euch nicht nur einfache Entscheidungsmöglichkeiten, sondern richtige Interaktionen durch verschiedenste Streichbewegungen auf eurem Smartphone-Display oder dem Touchpad des DualShock-Controllers. So wählt ihr nicht nur aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten, sondern öffnet zum Beispiel auch Briefe oder Päckchen, dreht einen Schlüssel oder löst einfache Puzzle.  Dadurch könnt ihr noch tiefer in das Geschehen eintauchen. Auf dem Smartphone gelingen die Touch-Eingaben deutlich besser, da das Touchpad des Controllers im Vergleich doch deutlich kleiner ist.

Erica Screenshot 01

Erica Screenshot 02

Abseits der Interaktionen steht natürlich vor allem die Geschichte des Spiels im Fokus, welche euch rund zwei Stunden beschäftigen wird und je nach Entscheidungen variiert. Im Mittelpunkt steht dabei die titelgebende Protagonistin Erica, welche versucht einen Mordfall aufzudecken, welcher tief mit ihrer Familie verknüpft zu sein scheint. Dabei erlebt ihr sowohl Geschehnisse aus ihrer Vergangenheit und geht in der Gegenwart auf Spurensuche. Dabei erwartet euch eine qualitativ hochwertige Inszenierung mit echten Schauspielern.

Vor allem Holly Early als Erica spielt die Rolle der Protagonistin hervorragend und auch die anderen Cast-Mitglieder liefern eine ordentliche Performance ab. Die Aufmachung ist dabei recht düster und sehr passend für einen spannenden, atmosphärischen Thriller. Im gleichen Zug werden zwar auch typische Horror- und Drama-Klischees bedient, diese tun dem Titel jedoch keinen Abbruch. Die spannende Art und Weise der Erzählung in Kombination mit den Interaktionsmöglichkeiten ist motivierend und lässt euch zugleich am Geschehen teilhaben sowie regt zum mitfiebern an.

Erica Screenshot 03

Natürlich bereitet hierbei der erste Durchgang am meisten Spaß. Vor allem wenn man bei jeder Entscheidung genau überlegt welchen Weg oder welche Antwort man wählt. Erst mit dem zweiten Durchgang fällt auf, dass einige Entscheidungen vor allem zu Beginn keinen wirklichen Einfluss auf die Handlung haben und sich somit der Anfang jedes Mal weitestgehend gleich spielt.

Zu guter Letzt ist auch nochmal der gelungene Soundtrack von Austin Wintory hervorzuheben, welcher das Geschehen des düsteren Thrillers wunderbar zu untermalen weiß und für eine noch bessere Immersion sorgt. Ebenfalls gut gefallen hat uns die deutsche Synchronisation von Erica.

Erica Screenshot 04

Unser Fazit zu Erica

Die Veröffentlichung von Erica kam ziemlich überraschend und wohl kaum einer hatte den Titel auf dem Schirm. Ebenfalls war mir nicht bewusst, was mich bei diesem Titel erwarten würde. Bereits zuvor gab es den ein oder anderen filmisch inszenierten Titel, welcher Entscheidungsmöglichkeiten bot. Dazu gehören gleichermaßen ein Hidden Agenda oder ein Until Dawn, wobei mir letzteres von der Inszenierung recht gut gefiel.

Erica legt im Vergleich nochmal eine ganze Schippe drauf und erzählt nicht nur eine sehr düstere, glaubwürdige Geschichte, sondern auch interessante Interaktionsmöglichkeiten wahlweise über Smartphone oder Controller sowie eine Top-Performance von richtigen Schauspielern mitsamt einem gelungenen Soundtrack. Hinzukommt ein äußerst fairer Preis von 9,99 Euro im PlayStation Store. Wem interaktive Filme zusagen, dem können wir Erica als Geheimtipp für einen gelungenen Abend nur ans Herz legen.

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