Swag and Sorcery
Review

Swag and Sorcery (PC) im Test – Zu viel grinden tut nicht gut

Etwas verspätet kommt nun unser Test zu Swag and Sorcery, welches bereits im Mai für PC auf Steam erschienen ist. Entwickelt von Lazy Bear Games, welche sich für Titel wie Punch Club und Graveyard Keeper verantwortlich zeigen, erwartet euch ein ungewöhnlicher Genre-Mix mit Fokus auf Grind, Kämpfe gegen allerhand Monster und Schönheitswettbewerben. Was der Titel taugt, verraten wir euch im Anschluss.  

Kleider machen Leute 

Der Plot von Swag and Sorcery ist leider denkbar flach. Das Outfit des Königs wurde gestohlen und es wird zu unserer Aufgabe, dieses natürlich wieder zu beschaffen. Der sogenannte Hexenmeister ist eine Pleite und die zynische Katze kann sogar reden. Naja die Charaktere sind ebenso platt wie der Plott. Immerhin gibt es die ein oder andere Popkulturreferenz, welche man bereits aus den anderen Titeln des Entwicklers kennt. Die Handlung und die Charaktere sind jedenfalls schon mal kein Grund den Titel zu spielen. Immerhin ist der Humor ab und an ganz unterhaltsam.  

Kommen wir nun jedoch direkt zum Gameplay. Beschrieben wird Swag and Sorcery als “light RPG” für RPG-Fans und Idle-Spieler, welche sich auf ein episches und bockschweres Abenteuer freuen dürfen. Statt bockschwer, ist Swag and Sorcery vor allem jedoch verdammt grindlastig. Einerseits gilt es ein beschauliches Dörfchen aufzubauen, in welchem neue Ausrüstung für euren Helden hergestellt wird. Und andererseits verläuft die Spielmechanik immer nach demselben Muster. Ihr rüstet euren Helden mit der neu hergestellten Ausrüstung aus, schickt eure Gruppe von bis zu drei Helden auf ein neues Abenteuer, bei welchen diese automatisch loslaufen und gegen Monster kämpfen. Dabei sammelt ihr natürlich entsprechende Beute ein. Ihr entscheidet im Anschluss selbst, wann ihr euch aus dem Kampf zurückziehen wollt. Desto länger ihr kämpft, desto mehr Beute erwartet euch. Sterben jedoch eure Helden, könnt ihr eure komplette Beute verlieren. Daher solltet ihr euch etwas in Acht nehmen und nicht allzu wagemutig agieren.     

 

Zurück im Dorf angekommen, verarbeitet ihr natürlich eure Beute weiter zu neuer Ausrüstung und der Zyklus beginnt von neuem. Hinzukommt außerdem das die Herstellungsprozesse immer umfangreicher und komplexer werden. Allein das wird mit der Zeit sehr mühselig. Dem ein oder anderem Spieler dürfte die Spielmechanik eventuell bekannt vorkommen, denn bereits Weapon Shop Fantasy bot ebenjene Spielabläufe in ähnlicher Art. Der ewige Grind dürfte nicht jedem gefallen. Immerhin macht ihr stetig Fortschritte.  

Durch neue Beute, gelangt ihr an bessere Ausrüstung und könnt euch so wiederum in den Kampf gegen stärkere Monster stürzen. Einen wirklichen Idle-Charakter hat das Spiel jedoch nicht, da keine Aktion automatisiert abläuft. Hier haben andere Tittel, wie der zuvor erwähnte bereits bessere Arbeit gemacht. So hat man bei Swag and Sorcery oft unnötig viel zu tun, statt dem Spiel mit zusätzlichen Mechaniken bei Herstellung und Kämpfen mehr Tiefe zu verleihen.  

Swag and Sorcery Screenshot 02

Und nicht zu vergessen die Schönheitswettbewerbe, welche man am besten mit bewusster Bestechung gewinnen kann. Hierfür muss man lediglich entsprechende Ausrüstung anlegen, welche zu den Juroren farblich passt. Dies findet ihr am besten heraus, wenn ihr den Juroren ein paar nette Geschenke macht. Zwar ein netter Einfall, welcher jedoch den weiteren Spielablauf ohne großen Mehrwert unterbricht. Aber hauptsache etwas “Swag im Spiel. Hinzu kommen zufällige Events, welche euch entweder positive oder negative Effekte sowie Items für euren Helden bringen. Sowohl die Modeschau als auch die zufälligen Events können sich nicht wirklich gut in das Spielgeschehen einfinden. Neben der individuellen Ausrüstung steigt euer Held natürlich auch im Level und kann neue Attribute erlernen, welche euch in den Kämpfen weiterhelfen.  

Spätestens wenn ihr ein paar Stunden in Swag and Sorcery versenkt habt, die Story zu Ende ist und ihr keine Lust mehr auf Grinding habt, ist auch endgültig die Luft raus. Trotz der sehr repetitiven Spielabläufe ist der Umfang für den Preis recht vernünftig. Danach wird jedoch kaum jemand nochmal Hand an dieses Spiel legen wollen. Immerhin hat uns der schicke Pixel-Look des Spiels zusagen können.  

Swag and Sorcery Screenshot 03

Unser Fazit zu Swag and Sorcery 

Mit Swag and Sorcery ist den Entwicklern von Lazy Bear Games, bekannt für Punch Club und Graveyard Keeper, leider kein allzu großer Wurf gelungen. Zwar erwartet euch ein interessanter Genre-Mix mit unterhaltsamen Gameplay, welcher Fokus auf Grind legt, jedoch nimmt die repetitive Spielmechanik schon recht früh überhand. Hinzukommt das ihr auf die Kämpfe keinerlei Einfluss nehmen könnt, da diese automatisch ablaufen, beim Crafting hingegen müsst ihr alles selbst in die Hand nehmen, was mit der Zeit durch umfangreichere Herstellungsprozesse zur Qual wird.

Genau andersherum wäre es deutlich besser gewesen. Auch wenn die Optik eurer Ausrüstung Geschmacksache ist, macht immerhin das ausrüsten eurer Helden Spaß. Fehl am Platz wirken hierbei jedoch wieder die fragwürden Schönheitswettbewerbe. Weniger Grind und bessere Belohnungen hätten Swag and Sorcery sicherlich besser gestanden. Nichtsdestotrotz könnte der Titel mit dem charmanten Look dem ein oder anderen gefallen. Nehmt euch nur vor dem fiesen Grind in Acht.

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