Ein Sturm hat das Limbo-Archipel verwüstet, Onkel Lou ist spurlos verschwunden, und wir übernehmen kurzerhand sein Wasserflugzeug samt Lieferservice. Seit dem 27. August ist Lou’s Lagoon von Entwickler Tiny Roar für PS5 erhältlich, und wir haben uns für euch durch die tropischen Inseln gegraben, geflogen und geschraubt. Herausgekommen ist ein Cozy Adventure mit sehr viel Herz, das uns über die gesamte Testzeit hinweg zuverlässig bei Laune gehalten hat.
Gameplay: Sammeln, Basteln und Fliegen mit jeder Menge Abwechslung
Im Zentrum von Lou’s Lagoon steht der Swirler 2000, ein Werkzeug, das gleichzeitig Staubsauger und Multitool ist. Damit saugen wir Schrott, Pflanzen und Materialien von Tieren auf und setzen sie an anderer Stelle wieder ein. Der Swirler ist damit weit mehr als nur ein Sammelgerät: Wir bauen mit ihm Strukturen, lösen Quests, verfeinern Rohstoffe und wehren sogar Piraten ab. Gerade dieser vielseitige Einsatzbereich sorgt dafür, dass sich das Sammeln nie eintönig anfühlt.
Eine Überhitzungsanzeige begrenzt, wie viel wir am Stück einsammeln können. Upgrades schalten neue Materialien frei, die Abkühlphase dauert dabei nur wenige Sekunden und bremst den Spielfluss kaum spürbar aus. Sie dient eher als sanfter Anreiz, in Verbesserungen zu investieren, und gibt dem Fortschritt eine angenehme Struktur.


Die Inselwährung heißt Shellings, und sie wird schnell zum ständigen Begleiter. Wer seine Ausrüstung aufwerten will, plant von Anfang an mit: Was wird verkauft, was für die Werkstatt gebraucht, was lohnt sich aufzuheben. In der Raffinerie entstehen aus Schrott Metalle und andere Grundstoffe, in der Fertigungsstätte werden daraus Kabel, Chips und andere Bauteile. Der Ablauf ist leicht verständlich, und während im Hintergrund etwas hergestellt wird, gibt es auf den Inseln immer genug zu entdecken, sodass keine Langeweile aufkommt.
Im Laufe des Abenteuers von Lou’s Lagoon erweitert sich unser Werkzeugkasten um den Scooper zum Aufspüren vergrabener Gegenstände, den Gleiter für schwer erreichbare Areale, die Angel sowie den Builder für eigene Konstruktionen. Viele Aufgaben verlangen eine clevere Kombination dieser Gadgets, was das Erkunden immer wieder frisch hält. Die Inseln selbst laden mit Klettern, Schwimmen und Doppelsprüngen zum Erkunden ein. Hier zeigt sich das einzige echte Wermutströpfchen im Gameplay: Plattforming und Klettern wirken an manchen Stellen etwas hakelig und nicht ganz so geschmeidig, wie man es sich wünschen würde. Das tut dem Spielspaß insgesamt aber kaum einen Abbruch, zumal sich für die meisten Hindernisse ohnehin mehrere Wege finden lassen.


Ein echtes Highlight ist das Wasserflugzeug: Damit heben wir ab in die Overworld und fliegen zwischen den Inseln hin und her. Die Steuerung ist bewusst simpel gehalten, links, rechts, Boost, und macht von der ersten Sekunde an richtig Laune. Unterwegs sammeln wir treibende Materialien ein, fliegen durch Luftballons und Ringe für Belohnungen und schalten so nach und nach neue Anbauteile für unser Flugzeug frei. Die Flugsequenzen fühlen sich nie wie reine Ladepausen an, sondern wie ein eigenständiger, herrlich entspannender Teil des Spiels, den wir uns immer wieder gerne gegönnt haben.
Nebenbei erledigen wir zahlreiche kleine Aufträge für die Inselbewohner, reparieren einen Leuchtturm, besorgen Möbel für einen Laden oder räumen Sturmschäden weg. Diese Aufgaben führen Schritt für Schritt zu neuen Hinweisen auf Onkel Lous Verbleib und verknüpfen die Alltagsroutine geschickt mit der übergeordneten Geschichte. Wer sein Inventar clever verwaltet und regelmäßig investiert, wird für seine Geduld mit einem sehr befriedigenden Sammel- und Bastelkreislauf belohnt, der uns über viele Stunden bei der Stange gehalten hat.

Grafik und Sound: Ein liebevoll gestaltetes, farbenfrohes Paradies
Optisch zeigt sich Lou’s Lagoon von seiner stärksten Seite. Der bunte Cartoon-Look mit weichen, fast blasenartigen Formen passt perfekt zur entspannten Inselwelt und sorgt dafür, dass man beim Erkunden immer wieder innehält, um sich einfach umzusehen. Jede Region hat ihre eigene Farbpalette: Höhlen schimmern in kühlem Blau mit leuchtenden Akzenten, andere Gebiete setzen auf sattes Grün, wieder andere auf warme Rot- und Orangetöne. Die Charaktere sind liebevoll animiert und ausdrucksstark gestaltet, was dem Archipel enorm viel Persönlichkeit verleiht und uns während des gesamten Abenteuers zum Schmunzeln gebracht hat.
Auch beim Sound stimmt die Atmosphäre rundum. Wasser plätschert überzeugend, der Swirler gibt beim Einsammeln ein knackiges, befriedigendes Geräusch von sich, und die Musik trägt mit ihrem beschwingten Ton spürbar zur entspannten Inselstimmung bei. Auf vollständige Sprachausgabe verzichtet das Spiel, stattdessen kommunizieren die Figuren über kurze, charakteristische Lautäußerungen, während wir die Dialoge lesen. In Kombination mit den lebendigen Animationen wirkt das überraschend charmant und macht selbst kurze Gespräche unterhaltsam und lebendig.

Technik und Steuerung auf PS5: Rundum solide Performance
Auf der PlayStation 5 lief Lou’s Lagoon bei uns über die gesamte Testzeit hinweg einwandfrei. Die Bildrate blieb stabil, und wir konnten uns ganz auf das Sammeln, Basteln und Fliegen konzentrieren, ohne dass uns größere Probleme aus dem Spielfluss gerissen hätten. Vereinzelt kam es zu kurzen, kleineren Grafikfehlern sowie gelegentlichem Bildtearing, beides fiel aber nur kurz auf und hatte keinerlei Einfluss auf den Spielspaß oder den Fortschritt.
Bei der Steuerung von Lou’s Lagoon merkt man dem Spiel an manchen Stellen die bereits erwähnte leichte Unrundheit beim Plattforming und Klettern an, insgesamt geht die Bedienung auf dem DualSense aber angenehm leicht von der Hand und braucht kaum Eingewöhnungszeit. Besonders das Wasserflugzeug steuert sich intuitiv und präzise, sodass wir uns in der Overworld jederzeit sicher gefühlt haben. Wer an einer Geländekante hängen bleibt, kann sich zudem jederzeit per Knopfdruck zurück zum letzten Anlegesteg befördern lassen, eine praktische Komfortfunktion für die seltenen Momente, in denen das Terrain etwas unhandlich wird.

Unser Fazit zu Lou’s Lagoon
Lou’s Lagoon ist ein rundum gelungenes, herzerwärmendes Inselabenteuer mit einer liebevoll gestalteten Welt, einem einprägsamen Werkzeugarsenal und einem Wasserflugzeug, das von Anfang bis Ende Spaß macht. Die Sammel- und Bastelschleife entwickelt einen wunderbaren Sog, sobald man sich auf den entspannten Rhythmus des Archipels einlässt, und auf der PS5 lief das Spiel bei uns technisch sehr rund. Kleine Abstriche gibt es lediglich beim etwas hakeligen Plattforming und vereinzeltem Bildtearing, die dem großen Gesamtvergnügen aber keinen ernsthaften Abbruch tun.
Ein charmantes, technisch solides Insel-Abenteuer mit liebenswerten Figuren und einem herrlich entspannten Wasserflugzeug, das uns über die gesamte Testzeit hinweg unterhalten hat.
- Charmante, farbenfrohe Inselwelt mit viel Persönlichkeit
- Vielseitiger Swirler 2000 mit unzähligen Einsatzmöglichkeiten
- Wasserflugzeug steuert sich intuitiv und macht großen Spaß
- Stimmige Sound- und Musikkulisse
- Lief im Test durchweg stabil und flüssig
- Häufige, wenn auch kurze Ladebildschirme
- Begrenztes Inventar erfordert ständiges Umsortieren
- Vereinzeltes Bildtearing und kleinere Grafikfehler







