Dune: Awakening PS5 Test: Überleben auf Arrakis war nie so zugänglich

Dune: Awakening

Fünfzehn Monate mussten Konsolenspieler:innen warten, nun ist Funcoms Survival-Abenteuer endlich auf der PlayStation 5 gelandet. In unserem Dune: Awakening PS5-Test klären wir, ob sich das Warten gelohnt hat. Die kurze Antwort: Ja, denn die Konsolenfassung ist kein abgespeckter Port, sondern bringt alle Inhalte und Verbesserungen seit dem PC-Start mit, dazu einen vollwertigen Einzelspielermodus und den Abschluss der ersten großen Storyline. Die lange Antwort liefert unser Test.

Gameplay: Eine alternative Zeitlinie voller Sand, Durst und Intrigen

Dune: Awakening wagt ein spannendes Gedankenexperiment: Was wäre, wenn Paul Atreides nie geboren worden wäre? Lady Jessica bringt stattdessen eine Tochter zur Welt, die Fremen sind verschwunden, und Arrakis ist Schauplatz eines offenen Krieges zwischen den Häusern Atreides und Harkonnen. Wir schlüpfen in die Rolle eines verdeckten Agenten im Dienst der Bene Gesserit, der nach den Spuren des verschollenen Wüstenvolks sucht.

Die Geschichte ist in fünf Akte unterteilt und auf der PS5 bereits vollständig spielbar. Kenner:innen der Vorlage werden an den vielen Anspielungen, Figuren und Schauplätzen ihre Freude haben. Die Präsentation der Dialoge wirkt allerdings mitunter steif, und wer mit dem Dune-Universum nichts anfangen kann, wird nur selten an die Hand genommen.

Dune Awakening Screenshot 01

Wasser ist Leben: Survival mit Konsequenz

Das Herzstück bleibt der Überlebenskampf. Wasser ist die wichtigste Ressource, und das Spiel macht das von der ersten Minute an spürbar. Wir tragen einen Destillanzug, sammeln Tau in den frühen Morgenstunden und lernen schnell, dass offene Sandflächen in der Mittagshitze eine schlechte Idee sind. Schatten, Felsen und Höhlen werden zu unseren besten Freunden.

Über allem schwebt die ständige Bedrohung durch den Sandwurm. Wer zu lange über offenen Sand läuft oder mit dem Fahrzeug unvorsichtig durch die Dünen brettert, lockt Shai-Hulud an. Diese Momente, in denen der Boden zu beben beginnt und wir panisch den nächsten Felsen ansteuern, gehören zu den intensivsten Erlebnissen des gesamten Genres. Dabei verzeiht Funcom mehr als andere Survival-Spiele: Die Systeme sind fordernd, aber gut erklärt und nachvollziehbar.

Dune Awakening Screenshot 02

Von der Hütte zur Festung: Crafting, Basisbau und Fortbewegung

Die bekannte Survival-Spirale funktioniert auch hier: Ressourcen sammeln, Werkzeuge bauen, bessere Ressourcen erschließen. Der Basisbau profitiert sichtbar von Funcoms Erfahrung mit Conan Exiles und lässt sowohl kleine Außenposten als auch imposante Festungen zu. Richtig Fahrt nimmt das Spiel auf, sobald wir unser erstes Sandbike und später einen selbst gebauten Ornithopter besitzen. Mit dem Shigadraht erklimmen wir zudem Felswände, was die Erkundung angenehm vertikal gestaltet.

Die Progression über Trainer verschiedener Schulen, etwa Schwertmeister, Mentat oder Bene Gesserit, sorgt für Abwechslung beim Charakteraufbau. Das Kampfsystem mit Schilden, die nur von langsamen Klingenstößen durchdrungen werden, fängt die Vorlage clever ein. Im Nahkampf fühlt sich die Trefferrückmeldung aber stellenweise zu schwammig an, und in Gefechten mit mehreren Gegnern verliert die Kamera gelegentlich den Überblick.

Dune Awakening Screenshot 03

Wissen ist Macht: Forschung als Motor der Progression

Neue Ausrüstung fällt in Dune: Awakening nicht einfach vom Himmel, sie will erforscht werden. Dafür sammeln wir Intel, eine eigene Forschungswährung, die wir bei jedem Stufenaufstieg erhalten und vor allem beim Plündern feindlicher Außenposten erbeuten. Je weiter wir uns von den Startgebieten entfernen, desto gefährlicher werden die Stützpunkte, desto mehr Intel winkt aber auch als Belohnung. So entsteht ein motivierender Kreislauf aus Erkundung, Kampf und Fortschritt.

Im Forschungsmenü investieren wir die gesammelten Punkte in Baupläne für Waffen, Werkzeuge, Fahrzeuge, Bauteile und Wasserdisziplin-Technik. Die Stufen orientieren sich an den verfügbaren Materialien: Von improvisierter Schrottausrüstung arbeiten wir uns über Kupfer und Eisen zu immer hochwertigerem Equipment vor. Höhere Stufen schalten sich erst frei, wenn wir insgesamt genug Intel investiert haben. Das zwingt zu bewussten Entscheidungen: Gönnen wir uns jetzt das neue Gewehr oder zuerst den besseren Destillanzug? Zusätzlich lassen sich seltene Baupläne in der Welt finden oder über Fraktionen freischalten, was das Erkunden von Höhlen und Wracks zusätzlich belohnt.

Dune Awakening Screenshot 04

Die Prüfungen von Aql: Visionen im Rausch des Spice

Einen ganz besonderen Stellenwert nehmen die Prüfungen von Aql ein. Diese Reihe von Hauptquests führt uns durch das frühe und mittlere Spiel und gehört zu den erzählerischen Höhepunkten. Unter dem Einfluss von Spice erleben wir traumartige Sequenzen, die uns die Gefahren von Arrakis vor Augen führen und zugleich die Werkzeuge und Techniken vermitteln, mit denen wir sie überwinden. Gerade hier spürt man, wie viel Respekt Funcom vor der Vorlage hat.

Die Prüfungen sind abwechslungsreich gestaltet. Mal steht die Erkundung eines abgelegenen Ortes im Vordergrund, mal müssen wir Rätsel lösen oder uns durch Gegnerhorden kämpfen. Die finale Prüfung in einem verborgenen Sietch entpuppt sich als ausgewachsener Dungeon mit mehrteiligen Rätseln. Die Belohnungen fühlen sich dabei stets bedeutsam an: Wir schalten neue Fähigkeiten wie die Voraussicht frei, erhalten zusätzliche Fähigkeitsplätze und am Ende sogar den begehrten Bauplan für die Fremen-Todesdestille.

Dune Awakening Screenshot 05

Solo oder gemeinsam: Die Konsolenfassung setzt neue Maßstäbe

Der größte Gewinn für PS5-Spieler:innen von Dune: Awakening ist der neue Einzelspielermodus. Er umfasst das komplette Spiel mit einstellbarem Schwierigkeitsgrad und simuliert sogar Systeme wie den Landsraad, der im Multiplayer von den Gilden der Community bestimmt wird. Wer lieber in Ruhe auf Arrakis überlebt, muss also keine Kompromisse eingehen. Zusätzlich lassen sich zahlreiche Spielparameter individuell anpassen.

Im Mehrspielermodus warten die Tiefe Wüste, PvP-Konflikte, Gewürzernte und der Machtkampf der Häuser. Das überarbeitete Endgame ist deutlich zugänglicher als zum PC-Start, auf Dauer schleicht sich aber dennoch Routine ein. Beachtet: Für den Online-Modus ist PS Plus nötig, und Crossplay mit dem PC soll erst nach dem Launch nachgereicht werden.

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Grafik und Sound: Arrakis in seiner ganzen erbarmungslosen Pracht

Dune: Awakening basiert auf der Unreal Engine 5, und das sieht man vor allem in den Landschaften. Wenn sich ein gigantischer Sandsturm am Horizont auftürmt oder die Sonne tief über den Dünen steht und das Licht in warmen Ockertönen über die Felsen fällt, entstehen Bilder, die dem Kinoerlebnis der Villeneuve-Filme erstaunlich nahekommen. Auch die Architektur von Arrakeen und die Ausrüstung der Häuser sind stilsicher umgesetzt.

Weniger beeindruckend sind die Figurenanimationen in Zwischensequenzen und Gesprächen, die hinter der eindrucksvollen Umgebung zurückbleiben. In weitläufigen Arealen fallen zudem gelegentlich spät nachgeladene Details auf, besonders im Performance-Modus.

Akustisch leistet der Titel starke Arbeit. Der Soundtrack von Knut Avenstroup Haugen setzt auf sphärische Klänge, orientalisch anmutende Gesänge und dröhnende Bässe, die perfekt zur Weite der Wüste passen. Noch wichtiger ist das Sounddesign: Das tiefe Grollen eines nahenden Sandwurms ist ein akustisches Warnsignal, das uns jedes Mal den Puls in die Höhe treibt. Die englische Sprachausgabe ist solide, deutsche Texte sind vorhanden.

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Technik und Steuerung auf PS5: Solide Umsetzung mit Pro-Vorteil

Auf der PS5 stehen zwei Grafikmodi zur Wahl: Der Performance-Modus zielt auf 60 Bilder pro Sekunde bei dynamischer 4K-Auflösung, der Qualitätsmodus auf 30 Bilder pro Sekunde mit mehr Details. Auf der Standard-PS5 erreicht der Performance-Modus seine 60 fps allerdings per Frame Generation, was in hektischen Kämpfen eine leicht erhöhte Eingabeverzögerung mit sich bringt. Wir empfehlen ihn dennoch, da vor allem Fahrten mit Sandbike und Ornithopter von der höheren Bildrate profitieren. Auf der PS5 Pro läuft das Spiel mit echten 60 fps ohne Frame Generation, bei höherer Auflösung und im Qualitätsmodus mit zusätzlichen visuellen Verbesserungen. Wer die leistungsstärkere Konsole besitzt, erlebt hier klar die beste Konsolenfassung.

Die größte Überraschung ist jedoch die Steuerung, die sich anfühlt, als wäre Dune: Awakening von Anfang an für den DualSense entwickelt worden. Laufen, Klettern mit dem Shigadraht und das Steuern der Fahrzeuge gehen schnell intuitiv von der Hand, im Kampf sitzen Ausweichen, Blocken und Waffenwechsel präzise auf den Tasten. Besonders gelungen sind Menüs, Inventar und Herstellung: Gegenstände lassen sich schnell sortieren, benötigte Ressourcen werden klar angezeigt, und neue Ausrüstung ist mit wenigen Tastendrücken gefertigt. Auch das Forschungsmenü bleibt stets übersichtlich, sodass selbst längere Crafting-Sessions nie zur Geduldsprobe werden. Das Sahnehäubchen ist die haptische Rückmeldung, die das Nahen eines Sandwurms mit immer stärkerem Vibrieren ankündigt, dazu kommen zahlreiche Barrierefreiheitsoptionen.

Dune Awakening Screenshot 08

Unser Fazit zu Dune: Awakening

Dune: Awakening auf der PS5 ist die bislang beste Version des Spiels. Funcom hat die Zeit seit dem PC-Start sinnvoll genutzt, das Endgame überarbeitet, die Geschichte abgeschlossen und mit dem Einzelspielermodus eine der größten Hürden für Survival-Muffel abgebaut. Die Atmosphäre auf Arrakis ist schlicht einzigartig: Kein anderes Survival-Spiel vermittelt so glaubhaft das Gefühl, in einer feindseligen Welt um jeden Tropfen Wasser zu kämpfen.

Das Forschungssystem sorgt für stetigen, spürbaren Fortschritt, während die Prüfungen von Aql mit ihren Spice-Visionen zu den erzählerischen Höhepunkten zählen. Positiv überrascht hat uns zudem die hervorragende Controller-Umsetzung, die selbst Inventar, Crafting und Forschung angenehm leicht macht. Abstriche gibt es beim stellenweise schwammigen Trefferfeedback im Nahkampf, den steifen Dialoganimationen. Wer Dune liebt oder schon immer ein zugängliches, aber forderndes Survival-Abenteuer gesucht hat, sollte unbedingt zugreifen.

9.0
Gesamtwertung
Dune: Awakening PS5 Test: Überleben auf Arrakis war nie so zugänglich

Dune: Awakening bringt Arrakis eindrucksvoll auf die PS5. Solo-Modus, motivierende Forschung und eine vorbildliche Steuerung machen Funcoms Survival-Abenteuer so zugänglich wie nie zuvor.

Gameplay 9.0
Grafik 9.0
Sound 9.0
Steuerung 9.0
Vorteile
  • Einzigartige, dichte Dune-Atmosphäre
  • Vollwertiger Einzelspielermodus mit anpassbarer Schwierigkeit
  • Nervenaufreibende Sandwurm-Momente
  • Motivierendes Forschungssystem mit spürbarem Fortschritt
  • Atmosphärische Prüfungen von Aql mit lohnenden Belohnungen
  • Hervorragende Steuerung mit übersichtlichen Menüs und einfachem Crafting
  • Starkes Sounddesign und stimmungsvoller Soundtrack
  • Gelungene haptische Rückmeldung per DualSense
Nachteile
  • Trefferfeedback im Nahkampf stellenweise schwammig
  • Steife Figurenanimationen in Dialogen
  • Frame Generation auf der Standard-PS5 erhöht die Latenz
  • Endgame wird auf Dauer repetitiv
  • Crossplay erst nach Launch

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