Captain Tsubasa 2: World Fighters im Test: Anime-Fußball auf PS5 in Bestform

Captain Tsubasa 2: World Fighters

Mit Captain Tsubasa 2: World Fighters bringt Bandai Namco die Fortsetzung des Überraschungshits Rise of New Champions auf die Konsolen und wir haben das Spiel ausführlich auf der PS5 getestet. Entwickelt von Tamsoft, erzählt der Titel eine Geschichte, die vier Jahre nach den Ereignissen der Junior Youth World Challenge ansetzt und auf dem World Youth Arc der Manga-Vorlage basiert. Serienschöpfer Yoichi Takahashi hat die Story persönlich betreut, was sich in jeder Zwischensequenz bemerkbar macht.

Mit 22 Nationalmannschaften, über 110 spielbaren Charakteren und mehr als 150 Zwischensequenzen ist der Umfang gegenüber dem Vorgänger noch einmal deutlich gewachsen. Wir waren gespannt, ob dieser gewaltige Content-Berg auch spielerisch überzeugt und können nach vielen Stunden auf dem virtuellen Rasen ein klares Fazit ziehen.

Gameplay: Super-Fußball mit echtem taktischem Tiefgang

Das Herzstück von Captain Tsubasa 2: World Fighters ist und bleibt der sogenannte Super Action Football. Statt auf realistische Fußballsimulation setzt das Spiel auf spektakuläre, physikalisch völlig übertriebene Sonderaktionen, bei denen Bälle in Flammen aufgehen oder Torhüter meterhoch durch die Luft fliegen. Genau das macht für uns den Charme der Serie aus und in diesem Teil wurde das System noch einmal spürbar erweitert.

Neu ist, dass praktisch jede Spielsituation nun eigene Super-Moves besitzt. Passen, Dribbeln, Tackling und Blocken lassen sich mit individuellen Spezialtechniken aufladen, wodurch sich Duelle auf dem Platz deutlich dynamischer anfühlen als im Vorgänger. Besonders gelungen finden wir das überarbeitete System bei Torschüssen: Zwischen Schütze und Torhüter entsteht nun ein direktes Duell, bei dem beide Seiten aktiv reagieren müssen. Wer hier den richtigen Moment für Konter oder Paraden verpasst, kassiert schnell ein Gegentor, das sich wie ein kleines Actionfeuerwerk anfühlt.

Captain Tsubasa 2 World Fighters Screenshot 01

Der neue New Stars Route Modus erlaubt es uns, einen eigenen Charakter zu erstellen und ihn parallel zur Hauptgeschichte in der japanischen Nationalmannschaft aufzubauen. Das Fortschrittssystem motiviert dank spürbarer Verbesserungen nach jedem Match, und wir haben uns dabei ertappt, immer noch eine weitere Partie einzulegen, um die nächste Fähigkeit freizuschalten. Für Fans klassischer Sportspiele mag das Tempo gewöhnungsbedürftig sein, doch wer sich auf den überzeichneten Anime-Stil einlässt, findet hier ein Kampfsystem, das seinesgleichen sucht.

Spielmodi: Viel Auswahl für jeden Spieltyp

Captain Tsubasa 2: World Fighters bietet uns eine ganze Reihe an Spielmodi, die unterschiedliche Vorlieben bedienen. Im Zentrum steht der Story-Modus, der die Handlung rund um den World Youth Arc erzählt und Tsubasa sowie seine Mitspieler auf dem Weg zur Weltmeisterschaft begleitet. Dank der Betreuung durch Yoichi Takahashi fühlt sich die Kampagne wie ein direkter Ableger der Manga-Vorlage an, inklusive zahlreicher neuer Rivalen und bislang ungesehener Nationalteams.

Captain Tsubasa 2 World Fighters Screenshot 02

Daneben steht der bereits erwähnte New Stars Route Modus, in dem wir einen eigenen Charakter erstellen und ihn Schritt für Schritt in der japanischen Nationalmannschaft etablieren. Wer lieber schnelle Matches ohne große Storyeinbindung sucht, greift auf freie Spiele mit frei wählbaren Teams aus den 22 verfügbaren Nationalmannschaften zurück.

Für den geselligen Abend mit Freunden gibt es einen lokalen Splitscreen-Modus, während Online-Partien gegen Spieler weltweit für zusätzliche Langzeitmotivation sorgen. Ergänzt wird das Angebot durch Season-Pass-Inhalte, die sukzessive weitere spielbare Charaktere sowie Kosmetik-Optionen nachliefern und den Umfang des Spiels über die kommenden Monate hinweg erweitern sollen.

Captain Tsubasa 2 World Fighters Screenshot 03
Captain Tsubasa 2 World Fighters Screenshot 04

Grafik und Sound: Ein audiovisuelles Fest für Fans

Optisch hat sich Captain Tsubasa 2: World Fighters spürbar weiterentwickelt. Die Charaktermodelle wirken detaillierter, die Animationen bei Super-Moves sind noch aufwendiger inszeniert, und die zahlreichen Zwischensequenzen fügen sich nahtlos in das Gesamtbild ein. Gerade bei entscheidenden Torszenen zieht das Spiel alle Register: Die Kamera fährt dramatisch heran, Effekte explodieren über den Bildschirm, und für einen kurzen Moment fühlt es sich tatsächlich an, als würde man eine Folge des Anime live miterleben.

Auch musikalisch bewegt sich der Titel auf hohem Niveau. Komponist Tadayoshi Makino, der bereits für den bewegenden Soundtrack des Vorgängers verantwortlich war, liefert diesmal mehr als 100 neue Musikstücke ab. Die Bandbreite reicht von treibenden Stadionhymnen bis zu ruhigeren, emotionalen Themen für die Story-Passagen. Wir waren überrascht, wie viel musikalische Abwechslung hier tatsächlich steckt, denn Wiederholungen fallen selbst nach längeren Spielsessions kaum auf.

Die deutsche Lokalisierung der Texte ist sauber umgesetzt, wobei die Sprachausgabe im japanischen Original bleibt. Für Fans der Serie dürfte das ohnehin die bevorzugte Variante sein, schließlich gehören die markanten Stimmen der Charaktere seit jeher zum Gesamterlebnis dazu.

Captain Tsubasa 2 World Fighters Screenshot 05
Captain Tsubasa 2 World Fighters Screenshot 06

Technik und Steuerung auf der PS5

Auf der PS5 läuft Captain Tsubasa 2: World Fighters durchweg flüssig. Selbst in actionreichen Momenten mit mehreren Spezialeffekten gleichzeitig konnten wir während unseres Tests keine spürbaren Einbrüche der Bildrate feststellen. Die Ladezeiten sind kurz auf PlayStation 5, sodass zwischen Menüs und Matches kaum Wartezeit entsteht.

Die Steuerung über den DualSense geht angenehm intuitiv von der Hand. Super-Moves lassen sich über kombinierte Tastenbelegungen auslösen, die nach einer kurzen Eingewöhnung gut ins Fingergedächtnis übergehen. Besonders gefallen hat uns die Umsetzung der haptischen Feedback-Funktion: Bei besonders kraftvollen Schüssen oder harten Zweikämpfen vibriert der Controller spürbar unterschiedlich, was dem gesamten Spielgefühl eine zusätzliche Ebene verleiht. Auch die adaptiven Trigger werden dezent eingesetzt, etwa beim Aufladen von Sprintphasen, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Wer lokal gegen Freunde antreten möchte, findet einen stabilen Splitscreen-Modus vor, der auch bei vollem Bildschirmgeschehen sauber performt. Online-Partien liefen in unseren Tests größtenteils reibungslos, gelegentliche kleine Verzögerungen bei schwächeren Verbindungen ließen sich jedoch nicht ganz vermeiden.

Captain Tsubasa 2 World Fighters Screenshot 07

Unser Fazit: Ein Tor für die Bestenliste der Anime-Sportspiele

Captain Tsubasa 2: World Fighters gelingt der schwierige Spagat, gleichzeitig zugänglich und spielerisch tiefgründig zu sein. Wir haben in unserem Test einige Stunden auf dem Rasen verbracht und dabei nie das Gefühl gehabt, dass sich das Spielprinzip abnutzt. Die Kombination aus überarbeitetem Super-Move-System, mitreißender Inszenierung und starker musikalischer Untermalung sorgt dafür, dass sich jedes Match wie ein kleines Ereignis anfühlt.

Auf der PS5 nutzt der Titel die technischen Möglichkeiten der Konsole spürbar aus, ohne dabei mit unnötigen Spielereien zu übertreiben. Kurze Ladezeiten, stabile Bildraten und ein durchdachtes haptisches Feedback runden das Gesamtpaket ab. Wer bereits Fan der Serie ist, dürfte hier ohnehin zuschlagen, doch auch Neueinsteiger, die Lust auf übertriebenen, actiongeladenen Fußball abseits realistischer Simulationen haben, finden in Captain Tsubasa 2: World Fighters ein rundum gelungenes Erlebnis.

8.5
Gesamtwertung
Captain Tsubasa 2: World Fighters im Test: Anime-Fußball auf PS5 in Bestform

Captain Tsubasa 2: World Fighters liefert spektakulären Anime-Fußball mit tiefem Kampfsystem, starkem Soundtrack und runder PS5-Performance, ein echtes Highlight für Genre-Fans.

Gameplay 8.5
Grafik 8.5
Sound 8.5
Steuerung 8.5
Vorteile
  • Tiefes und spektakuläres Super-Move-System für jede Spielsituation
  • Umfangreicher Charakter- und Teamumfang mit 110 spielbaren Figuren
  • Mitreißender Soundtrack mit großer musikalischer Bandbreite
  • Stabile Performance und angenehme Steuerung auf der PS5
  • Von Yoichi Takahashi betreute Story mit vielen Zwischensequenzen
Nachteile
  • Einstieg für Neulinge der Serie anfangs etwas überfordernd
  • Gelegentliche kleine Verzögerungen im Online-Modus
  • Realismus-Fans könnten die stark übertriebene Spielphysik gewöhnungsbedürftig finden

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