Ace Combat 8: Wings of Theve im Test – Die Rückkehr der Strangereal-Legende nach sieben Jahren

Ace Combat 8

Sieben Jahre nach Ace Combat 7 hebt die Flugkampf-Serie wieder ab: Ace Combat 8: Wings of Theve ist seit dem 2. Oktober 2026 für PlayStation 5 erhältlich, Early-Access-Spieler:innen waren schon am 29. September in der Luft. Entwickelt wurde der neue Hauptteil von Bandai Namco Aces, und der Start lief offenbar glänzend: Laut Bandai Namco war die Marke von einer Million verkauften Exemplaren schneller erreicht als bei jedem anderen Teil der Reihe. Wir haben uns Ace Combat 8 auf der PS5 angesehen und verraten euch, ob der Erfolg verdient ist.

Story: Eine Legende, die zur Propaganda wird

Die Handlung von Ace Combat 8 führt uns in den Sommer 2029 im Universum von Strangereal. Die Republik Sotoa hat die Föderation von Zentral-Usea (FCU) weitgehend besetzt, und wir kämpfen vom in die Jahre gekommenen Flugzeugträger Endurance aus. Wir übernehmen Namen und Platz eines gefallenen Fliegerasses, der Legende „Wings of Theve“. Diese Figur dient der Heimatfront als Moralstütze und ist zum Teil schlicht Propaganda. Das gibt dem Spiel einen deutlich kritischeren Unterton als üblich und erinnert in Stimmung und Inszenierung an Top Gun: Maverick.

An unserer Seite fliegen die Mitglieder der Joker-Staffel, Baxter, Tasha und Coster, deren Beziehungen zwischen den Einsätzen wachsen. Auf der Gegenseite sorgt die Spezialeinheit Lux Lunae für dramatische Begegnungen. Ganz rund ist die Erzählung allerdings nicht: Sie ist stellenweise vorhersehbar, die Zwischensequenzen laufen zu lange, und Entscheidungen im Spiel haben am Ende kaum Auswirkungen. Wer sich vorab einstimmen möchte, findet im Realfilm-Mini-Format „Hour Zero“ einen Prolog.

Ace Combat 8 Screenshot 01

Gameplay: Raketen, Trümmer und ein Himmel voller Möglichkeiten

Spielerisch bleibt Ace Combat 8: Wings of Theve dem Arcade-Flugkampf der Serie treu, schärft ihn aber an vielen Stellen nach. Ihr könnt jetzt zwei Spezialwaffen gleichzeitig mitführen, und die Trümmer abgeschossener Flugzeuge können andere Gegner beschädigen. Bei großen Zielen lassen sich außerdem unmarkierte Bauteile treffen, was Angriffe auf Schiffe und Bodenanlagen spürbar abwechslungsreicher macht. Wingman-Befehle kehren mit neuen Verhaltensweisen zurück. Allerdings bestimmt ihr bei den Flügelleuten zwar die Maschine, nicht aber deren Spezialwaffen.

Der Waffeneinsatz folgt einer klaren Logik: Raketen sind eure Hauptwaffe, die Bordkanone ist trotz überarbeiteter Trefferzone weiterhin schwer zu treffen. Entscheidend sind die richtige Rakete, ein sauberes Aufschalten und das rechtzeitige Ausweichen vor Gegenfeuer. Genau das macht den Reiz aus: Ihr denkt wie ein Pilot, fühlt euch aber nie wie in einer Simulation.

Ace Combat 8 Screenshot 02

Kampagne: Abwechslung mit Längen

Rund 30 Missionen warten auf euch, je nach Schwierigkeitsgrad und Spielstil sind das etwa 15 bis über 20 Stunden. Die Einsätze wechseln zwischen Verfolgungsjagden, Angriffen auf Schiffe und Bodenziele, Flügen durch Gewitterwolken, Schleichaufträgen, bei denen ihr eine bestimmte Höhe halten müsst, um unentdeckt zu bleiben, und klassischen Dogfights. Ziele ändern sich teilweise mitten im Flug, was für Tempo sorgt. Trotzdem fühlt sich die Kampagne gegen Ende zu lang an, weil einzelne Missionen wenig Neues bringen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich anpassen, höhere Stufen bestrafen Fehler und belohnen taktisches Spiel.

Ace Combat 8 Screenshot 03

Flugzeugbaum: Über 30 Maschinen zum Freischalten

Euer Fortschritt läuft über einen Flugzeugbaum, in dem ihr mit verdienten Punkten neue Maschinen, Spezialwaffen und Teile freischaltet. Zum Start stehen mehr als 30 Flugzeuge bereit, darunter F-22A, F-35C, Su-57 oder die F/A-18E Super Hornet vom Cover. Die Modelle sind detailreich gestaltet und fliegen sich spürbar unterschiedlich. Weniger gelungen ist die Übersicht des Baums, die sich unhandlich anfühlt. Wer alle Maschinen freischalten will, sollte mehrere Durchgänge einplanen.

Ace Combat Online: 100 Pilot:innen auf dem Luftstützpunkt

Neu ist der Mehrspielerbereich Ace Combat Online, der getrennt von der Kampagne läuft. Herzstück ist ein Luftstützpunkt als Lobby für bis zu 100 Spieler:innen mit anpassbarem Avatar. Zur Auswahl stehen Koop-Einsätze gegen KI-Gegner, ein gemischter Koop-PvP-Modus, rotierende Deathmatch-Varianten und zufällig auftauchende Notfalleinsätze gegen gewaltige Superwaffen. Jede Maschine sammelt eigene Erfahrungspunkte, Crossplay wird unterstützt.

Kritisch sehen wir den Premium Ace Pass und den Onlineshop, denn es bleibt unklar, wie lang der Grind am Ende dauert. Bandai Namco versichert, dass es keine Verbrauchsgüter und keine bezahlten Lootboxen gibt. Weitere Erweiterungen sind bislang nicht angekündigt.

Ace Combat 8 Screenshot 04

Grafik und Sound: Wolken, in denen man sich verlieren möchte

Optisch zählt Ace Combat 8 zu den Aushängeschildern der PS5. Himmel, Wolken, Licht und Wasser wirken beeindruckend, und kleine Effekte wie Feuchtigkeit auf der Cockpithaube oder Kondensstreifen tragen enorm zur Atmosphäre bei. Möglich macht das die hauseigene Cloudly-Engine, die das bisherige Fremdplugin für Wolken ersetzt. Alle Elemente werden zudem in Originalgröße dargestellt, während der Vorgänger teils mit verkleinertem Maßstab arbeitete. Das merkt man vor allem beim Flug durch Gewitterfronten, wenn der Himmel förmlich um euch herum lebt.

Weniger überzeugend sind die Boden- und Stadtlandschaften. Wer tief fliegt, sieht schneller, wo die Detaildichte nachlässt. Da ihr den Großteil der Zeit aber in der Luft verbringt, fällt das nur selten ins Gewicht.

Akustisch setzt das Spiel auf einen dramatischen Soundtrack und schnellen Funkverkehr, die zusammen ordentlich Druck aufbauen. Briefings und Funksprüche tragen die Kriegsstimmung glaubwürdig. Ein Wermutstropfen für das deutschsprachige Publikum: Eine deutsche Sprachausgabe ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Die Befehle laufen auf Englisch oder Japanisch, und die Untertitel müsst ihr im Eifer des Gefechts mitlesen.

Ace Combat 8 Screenshot 05
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Technik und Steuerung auf der PS5: Zugänglich, aber nicht flach

Auf der PS5 stehen für Ace Combat 8 zwei Darstellungsmodi zur Wahl: einer auf Bildrate und einer auf Optik getrimmt. Wer im Dogfight maximale Flüssigkeit will, greift zum Performancemodus, wer die Wolkenpracht auskosten möchte, zum Qualitätsmodus. Die VR-Unterstützung des Vorgängers fällt weg. Dafür bleiben Echtzeit-Zwischensequenzen mit Kopfbewegung und Quick-Time-Events erhalten. Ace Combat Online unterstützt Crossplay und die Vorbesteller-Zugabe, eine Umsetzung von Ace Combat Zero: The Belkan War, benötigt eine Internetverbindung.

Bei der Steuerung habt ihr die Wahl zwischen einem Standard- und einem Expertenschema. Das Standardschema ist der intuitivere Einstieg, Expert gibt euch direkte Kontrolle über Roll- und Nickachse und richtet sich an erfahrene Pilot:innen. Trotzdem ist die Lernkurve nicht flach. Bis sich das Fliegen natürlich anfühlt, dauert es eine Weile, vor allem wegen der hohen Informationsdichte von Radar und Anzeigen. Wer sich Zeit nimmt, findet Trainingsmodi für Flugsteuerung und Spezialwaffen, die den Einstieg spürbar erleichtern.

Ace Combat 8 Screenshot 07
Ace Combat 8 Screenshot 08

Unser Fazit: Ein starkes Comeback mit kleinen Turbulenzen

Ace Combat 8: Wings of Theve ist eine gelungene Rückkehr. Das Fliegen ist zugänglich und dennoch tief, die Optik begeistert, und mit über 30 Flugzeugen, Staffelbefehlen und einem großen Online-Bereich gibt es viel zu tun. Die Schwächen sind überschaubar: eine teils vorhersehbare Geschichte, Längen in der Kampagne, ein unübersichtlicher Flugzeugbaum und die Frage nach der Monetarisierung im Online-Teil. Wer Flugkampf mag oder sich neu ins Genre wagen will, bekommt einen der besten Vertreter, den es aktuell gibt.

9.0
Gesamtwertung
Ace Combat 8: Wings of Theve im Test – Die Rückkehr der Strangereal-Legende nach sieben Jahren

Ace Combat 8 ist ein starkes Comeback mit zugänglichem Flugkampf, toller Optik und viel Inhalt, das nur durch Längen in der Kampagne getrübt wird.

Gameplay 9.0
Grafik 9.0
Sound 9.0
Steuerung 8.0
Vorteile
  • Zugänglicher Flugkampf mit Expertenschema für Profis
  • Beeindruckende Wolken, Licht und Wettereffekte
  • Über 30 detailreiche Flugzeuge
  • Neue Mechaniken wie Trümmerschaden und zwei Spezialwaffen
  • Ace Combat Online mit Crossplay, 100-Spieler:innen-Lobby und Koop
  • Kritische Haltung zu Krieg und Propaganda in der Story
Nachteile
  • Kampagne mit Längen und Wiederholungen
  • Vorhersehbare Story und lange Zwischensequenzen
  • Flugzeugbaum unübersichtlich
  • Steile Lernkurve durch Informationsdichte
  • Bordkanone schwer zu treffen
  • Premium Ace Pass und Onlineshop

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