DiceVaders im Test: Würfelrausch für Score-Jäger auf dem PC

DiceVaders

Mit DiceVaders kehrt das kanadische Studio Pengonauts ins Universum von StarVaders zurück und dreht die Perspektive um: Diesmal verteidigen wir die Erde nicht, wir überfallen sie. Statt Karten bestimmen Würfel, was auf dem Schlachtfeld passiert und aus einem simplen Wurf wird schnell eine Kettenreaktion aus Multiplikatoren. Publisher Playstack, bekannt durch Balatro, steht diesmal an Pengonauts‘ Seite. In unserem DiceVaders Test klären wir, ob die Würfel auf dem PC so fallen, wie wir es uns wünschen. Das Spiel ist seit dem 29. September 2026 auf Steam erhältlich und kostet 14,99 Euro.

Gameplay: Würfel werfen, Spalten zünden, Zahlen sprengen

Das Grundprinzip ist schnell erklärt und trotzdem erstaunlich tief. Unser Spielfeld besteht aus sechs Spalten, in die wir im Lauf einer Partie Einheiten platzieren. Zu Beginn jeder Runde werfen wir drei Würfel, und jede gewürfelte Zahl aktiviert die passende Spalte. Die dort stehenden Einheiten steuern ihre Stärke zum Angriffswert bei. Landen mehrere Würfel in derselben Spalte, vervielfacht sich das Ergebnis, Paare, Drillinge und Vierlinge werden also zum eigentlichen Ziel jeder Planung.

Pro Kampf haben wir vier Züge, um die Zielverteidigung des Gegners zu knacken. Schaffen wir das nicht, verlieren wir einen Lebenspunkt, und irgendwann ist die Invasion vorbei. Spannend: Unsere Einheiten ziehen nicht selbst in den Kampf. Sie sind Rechenwerk und Punktelieferant, den eigentlichen Schlagabtausch sehen wir nur als kleine, automatisch ablaufende Weltraumschlacht im Anschluss. Das nimmt dem Spiel jede Hektik und macht es zu einem Puzzle, das vollständig im Kopf stattfindet.

DiceVaders Screenshot 01

Würfel biegen statt hoffen: Budge und Chrono

Der Clou von DiceVaders ist, dass Zufall hier nie der alleinige Herrscher ist. Mit Budge verschieben wir den Wert eines Würfels um einen Punkt nach oben oder unten und lenken ihn so in genau die Spalte, die wir brauchen. Mit Chrono würfeln wir komplett neu oder bestücken den Shop mit frischen Angeboten. Beide Ressourcen sind begrenzt, und genau darin liegt der Reiz: Wann geben wir ein Budge aus, um eine Kettenreaktion zu zünden, und wann sparen wir es für spätere Runden auf?

Zwischen den Kämpfen investieren wir unser Geld in Einheiten, Artefakte und eben diese beiden Währungen. Das sorgt für ein ständiges Abwägen zwischen kurzfristiger Stärke und langfristigem Aufbau, wie wir es aus gutem Deckbuilding kennen. Wer Balatro mag, wird sich hier sofort zu Hause fühlen, auch wenn DiceVaders durch die Platzierung auf dem Raster eine ganz eigene räumliche Komponente mitbringt.

DiceVaders Screenshot 02

Einheiten, Artefakte und Commander: Der Baukasten für kaputte Builds

Die Langzeitmotivation speist sich aus der schieren Menge an Möglichkeiten. Laut Entwickler warten im Spiel über 60 Einheiten, 120 Artefakte und mehr als 30 sogenannte Konstellationen, die als kosmische Modifikatoren jede Partie umkrempeln. Manche Einheiten teleportieren sich über das Feld, andere aktivieren zufällig ihre Nachbarn, Schwärmer teilen sich einen gemeinsamen Stärkewert. Artefakte sitzen in eigenen Slots oberhalb der Spalten und liefern Multiplikatoren oder lassen Effekte mehrfach auslösen.

Dazu kommen zehn Commander mit ganz eigenem Spielgefühl. The Captain, Blob Girl und The Core stehen von Anfang an bereit, sieben weitere schalten wir durch Fortschritt frei. Blob Girl setzt auf Mini-Würfel, die zusätzlich rollen und bezahlt teilweise mit Lebenspunkten. The Duchess wiederum führt eine Schach-Armee mit zusätzlicher vierter Reihe ins Feld und The Overseer kombiniert die Stärken zweier anderer Commander, was die Zielverteidigung dafür schneller wachsen lässt. Als Bosse treten die Piloten aus StarVaders an und schränken unsere Möglichkeiten mit eigenen Fähigkeiten ein, ein schöner Fanservice für Kenner des Vorgängers.

Wer sich zwischendurch messen möchte, findet eine tägliche Challenge, und mehrere Schwierigkeitsgrade skalieren die Herausforderung. Bei dieser Fülle an Gegenständen bleibt es nicht aus, dass sich manche Builds stärker anfühlen als andere. Genau das gehört aber zum Reiz eines Spiels, das ausdrücklich dazu einlädt, absurde Synergien zu finden und die eigenen Zahlen in den Himmel zu schießen.

DiceVaders Screenshot 03
DiceVaders Screenshot 04

Grafik und Sound: Knuffige Invasion mit klarem Überblick

Optisch setzt DiceVaders auf eine farbenfrohe 2D-Präsentation, die den Look des Vorgängers aufgreift und den Science-Fiction-Rahmen bewusst augenzwinkernd inszeniert. Entscheidend ist bei einem Spiel dieser Art die Lesbarkeit: Spalten, Würfel, Einheiten und Artefaktleiste müssen auch dann übersichtlich bleiben, wenn mehrere Effekte gleichzeitig auslösen und die Zahlen explodieren. Das gelingt dem Spiel gut, die Oberfläche bleibt aufgeräumt, und die kurzen Schlachtanimationen am Ende einer Runde sind eine charmante Belohnung für gelungene Züge.

Beim Sound gilt Ähnliches. Texte erscheinen als Untertitel und Menütexte, immerhin in elf Sprachen und damit auch auf Deutsch. Gerade in einem Spiel, das vom Hochschaukeln der Punktzahlen lebt, ist das akustische Feedback wichtig, damit sich jede Kombination befriedigend anfühlt. Wer lange Sessions plant, sollte aber nicht erwarten, dass der Ton ein großes Eigenleben entfaltet. Er unterstützt das Geschehen, statt es zu dominieren.

DiceVaders Screenshot 05

Technik und Steuerung auf PC: Genügsam und handheldtauglich

Technisch ist DiceVaders anspruchslos. Die Mindestanforderungen sind niedrig, Steam Cloud sorgt für synchronisierte Spielstände, und das Spiel ist offiziell Steam Deck Verified. Für Unterwegs-Sessions ist es damit prädestiniert, denn rundenbasierte Partien lassen sich jederzeit unterbrechen.

Die Steuerung passt perfekt zum Spielprinzip. Per Maus platzieren wir Einheiten, wählen Würfel aus und setzen Budge und Chrono mit wenigen Klicks ein. Dank der Steam-Deck-Verifizierung lässt sich das Spiel auch mit dem Controller bedienen. Wer lieber vom Sofa aus spielt, kann über Steam Input auch einen DualSense anschließen. Eine PlayStation-Version ist Stand heute nicht angekündigt, derzeit erscheint das Spiel auf PC, Mac sowie Nintendo Switch und Switch 2. Zum Start gibt es einen Einführungsrabatt von zehn Prozent bis zum 13. Oktober, der den Preis auf rund 13,49 Euro senkt.

DiceVaders Screenshot 06

Unser Fazit zu DiceVaders

DiceVaders ist ein kluger, süchtig machender Roguelike-Deckbuilder, der das Würfeln vom Glücksspiel zur Strategie macht. Budge und Chrono geben uns genug Kontrolle, um Pläne zu schmieden, ohne dem Zufall alle Spannung zu nehmen. Die große Auswahl an Commandern, Einheiten und Artefakten sorgt dafür, dass sich Partien lange frisch anfühlen. Wer mit Score-Jagd und Zahlenaufbau wenig anfangen kann, wird weniger Freude haben, allen anderen empfehlen wir das Spiel uneingeschränkt, zumal es technisch genügsam und auf dem Steam Deck zu Hause ist.

7.9
Gesamtwertung
DiceVaders im Test: Würfelrausch für Score-Jäger auf dem PC

DiceVaders macht aus Würfelwürfen ein cleveres Puzzle voller Synergien. Wer Balatro und StarVaders mag, bekommt für 14,99 Euro einen Suchtfaktor, der lange motiviert.

Gameplay 8.0
Grafik 8.0
Sound 7.5
Steuerung 8.0
Vorteile
  • Cleveres Würfelsystem mit Budge und Chrono
  • Zehn Commander mit stark unterschiedlichem Spielgefühl
  • Riesige Auswahl an Einheiten, Artefakten und Konstellationen
  • Farbenfrohe 2D-Präsentation
  • Steam Deck Verified
  • Deutsche Texte und fairer Preis
Nachteile
  • Sehr zahlenlastig, nicht für jeden Geschmack
  • Einstieg gestaltet sich nicht allzu einfach
  • Große Balancing-Unterschiede bei den Items

Jetzt kommentieren

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest

0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x