Planet Zoo 2 im Test: Die Zoosimulation, die Tiere in die Freiheit entlässt

Planet Zoo 2

Seit dem 13. Oktober 2026 dürfen wir wieder Gehege ziehen, Futterplätze planen und Besucher:innen mit Eiscreme versorgen. Frontier Developments schickt mit Planet Zoo 2 die Fortsetzung seiner Zoosimulation auf PlayStation 5 und PC an den Start. Die Standard Edition kostet 49,99 Euro, die Deluxe Edition 64,99 Euro. In unserem Planet Zoo 2 Test klären wir, ob die neuen Wildlife Reserves, Aquarien und Volieren den Sprung zum Nachfolger rechtfertigen und wie sich die komplexe Aufbausimulation auf der PS5 schlägt.

Gameplay zwischen Gehegebau und Naturschutz

Für alle, die Planet Zoo noch nicht kennen: Das Spiel ist eine Aufbau- und Managementsimulation, in der wir einen Zoo von der ersten Fläche an selbst errichten und leiten. Wir bauen Gehege, platzieren Wege, Imbissstände, Toiletten und Attraktionen und bestimmen, welche Tiere einziehen. Gleichzeitig kümmern wir uns um Futter, Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere, stellen Pflegepersonal ein und sorgen dafür, dass Besucher:innen sich wohlfühlen und die Kasse stimmt. Ein guter Zoo lebt davon, dass beides zusammenpasst: Glückliche Tiere locken Gäste an, deren Eintritt und Einkäufe wiederum Geld für den weiteren Ausbau bringen. Der Reiz liegt darin, dass wir fast jedes Detail selbst in der Hand haben, vom Untergrund im Gehege bis zur Lage des Haupteingangs.

Wer den Vorgänger oder andere Spiele von Frontier kennt, findet sich schnell zurecht. Planet Zoo 2 verändert diese Formel nicht grundlegend, dreht aber an drei wichtigen Stellschrauben. Neulinge brauchen dagegen etwas Zeit, denn das Spiel setzt auf Tiefe statt auf schnelle Erfolgserlebnisse. Das ist anfangs ungewohnt, zahlt sich aber aus, sobald die ersten Gehege laufen und die Tiere sichtbar zufrieden sind.

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Planet Zoo 2 Screenshot 02

Wildlife Reserves: Naturschutz jenseits des Zauns

Die größte Neuerung sind die Wildtierreservate. Wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, darf seine Tiere aus dem Zoo in weitläufige, frei gestaltbare Schutzgebiete entlassen. Das klingt nach einem hübschen Extra, verändert den Spielrhythmus aber spürbar. Wir züchten nicht mehr nur für Besuchermagneten und Rekorde, sondern arbeiten auf ein konkretes Ziel hin: Die Population soll gesund genug sein, um in einem selbst gestalteten Ökosystem zu bestehen. Dadurch bekommt der Zoo-Alltag eine Bedeutung, die über Münzen und Bewertungssterne hinausgeht.

Hinter den Auswilderungen stehen globale Artenschutzprojekte mit konkreten Anforderungen. Erst wenn wir diese erfüllen, dürfen die Tiere in ein Schutzgebiet übersiedeln, das wir selbst gestalten. Wir legen die Landschaft an, setzen Vegetation und Wasserstellen und bauen so ein lebendiges Ökosystem auf, in dem sich die Tiere frei bewegen. Das ist mehr als eine Belohnungsmechanik: Wir sehen, wie sich die Schützlinge außerhalb der Zaungrenzen verhalten und der Zoo wird vom Selbstzweck zum Ausgangspunkt für etwas Größeres. Gerade das gibt langen Spielsitzungen ein Ziel, das nach der Besucherzufriedenheit nicht endet.

Planet Zoo 2 Screenshot 04

Wasser und Luft: Aquarien und Volieren

Mit Fischen, anderen Wassertieren und Vögeln wächst das Tierangebot in zwei völlig neue Richtungen. Aquarien und Volieren verlangen eigene Bauweisen, eigene Pflegeanforderungen und eine andere Planung der Besucherwege. Das bringt Abwechslung in Zoos, die sonst nur aus Savannen und Dschungelgehegen bestehen. Wer Wasserwelten baut, plant plötzlich in drei Dimensionen: Besucher:innen sollen Meeresbewohner aus gelungenen Blickwinkeln bestaunen können und die Tiere brauchen passende Becken und Bedingungen.

Bei Vögeln steht dagegen ein ganz anderer Aspekt im Vordergrund. Volieren eröffnen Räume, in denen Besucher:innen den Tieren sehr nah kommen und der Bau verlangt andere Überlegungen als ein klassisches Gehege am Boden. Die Neuzugänge wirken nicht wie angeklebt, sondern wie eigenständige Spielbereiche, die sich gut in den bestehenden Zooalltag einfügen. Gleichzeitig gilt: Wer Planet Zoo kennt, weiß, dass jedes neue Tierfeature neue Variablen bedeutet, und genau hier beginnt das Mikromanagement.

Planet Zoo 2 Screenshot 03

Viele Regler, viel Verantwortung

Das Habitat-Management bleibt der Kern des Spiels und zugleich seine größte Hürde. Größe, Untergrund, Bepflanzung, Wasser, Rückzugsorte und Gruppengröße wollen aufeinander abgestimmt sein und jede Tierart hat eigene Vorlieben. Wer das gern durchdringt, findet hier enorme Tiefe. Wer lieber entspannt baut, wird sich an manchen Stellen ärgern: Das Ziehen und Anpassen von Gehegen wirkt weiterhin fummeliger, als es sein müsste, und die Fülle an Werten kann gerade am Anfang erschlagen. Unser Tipp: Die Karriere eignet sich zum Einstieg, weil sie Systeme nach und nach einführt und die Aufträge zunehmend ineinandergreifen.

Karriere, Franchise und Sandbox

Planet Zoo 2 bietet die drei Spielmodi Karriere, Franchise und Sandbox. Die Karriere führt mit wechselnden Szenarien durch die Mechaniken: Mal kämpfen wir mit einem hoch verschuldeten Zoo, mal mit knappem Platz, mal mit besonderen Rahmenbedingungen vor Ort. Anders als im ersten Teil stehen die Herausforderungen nicht mehr isoliert nebeneinander, sondern greifen ineinander. Oft müssen wir zunächst an anderer Stelle weiterkommen, bevor sich ein Auftrag fortsetzen lässt.

Das macht die Kampagne zielgerichteter, auch wenn sie nicht jede Idee der Reihe an Einfallsreichtum übertrifft. Der Franchise-Modus setzt auf die Online-Community, und im Sandkasten bauen wir ohne Geldsorgen, was sich besonders für ausgefallene Projekte und Experimente eignet. Für Kreative gibt es einen riesigen Baukasten: vier neue Szenerie-Themen mit Architektur aus aller Welt, dazu fünf Themen aus dem ersten Teil. Wer nicht alles Stein für Stein errichten will, greift auf fertige Blueprints zurück und passt sie an. So kommen auch Spieler:innen mit wenig Zeit zu einem ansehnlichen Zoo, während Perfektionist:innen weiter mit dem bewährten Konstruktionssystem tüfteln können.

Planet Zoo 2 Screenshot 05

Tiere mit Verhalten und Bedürfnissen

Das Herzstück bleiben die Tiere selbst. Jede Art hat eigene Ansprüche an Klima, Platz, Gesellschaft und Beschäftigung, und wer diese ignoriert, spürt das schnell an Gesundheit und Laune. Gemeinsam genutzte Gehege, bekannt aus dem ersten Teil, kehren zurück und lassen uns verträgliche Arten zusammen halten. Das spart Fläche, macht die Anlagen lebendiger und stellt uns zugleich vor die Aufgabe, Konflikte im Blick zu behalten. Raubtiere, die mit Beutetieren am falschen Ort landen, enden schnell in einer Katastrophe. Ebenso aufmerksam müssen wir Ausbrüche im Auge behalten, denn Pflegepersonal betäubt entlaufene Tiere mit Betäubungsgewehren. Das alles lässt den Zoo als lebendigen Organismus erscheinen, in dem jede Entscheidung Folgen hat.

Bei der Tierauswahl fallen allerdings Lücken auf. Neben Klassikern wie Löwe und Westlichem Schimpansen gibt es zwar Neuzugänge, doch gerade nord- und südamerikanische sowie australische Arten sind spärlich vertreten. Hier dürfen wir vermutlich mit späteren Erweiterungen rechnen, zum Start fehlt aber das eine oder andere Wunschtier.

Planet Zoo 2 Screenshot 06

Grafik und Sound: Tiere mit Charakter

Visuell ist Planet Zoo 2 der Star unter den Aufbausimulationen. Die Tiere sind der Blickfang: Fell, Federn und Schuppen sind detailreich umgesetzt, Bewegungen wirken glaubwürdig und jede Art verhält sich erkennbar anders. Wer der Kamera in ein Gehege folgt und eine Weile zuschaut, vergisst schnell, dass er eigentlich Tabellen jonglieren sollte. Auch Pflanzen, Wasser und Licht tragen dazu bei, dass Zoos und Wildtierreservate lebendig wirken.

Die Architektur der neuen Szenerie-Themen sorgt für Abwechslung. Ein Zoo mit Motiven aus aller Welt sieht nicht nur hübscher aus, er erzählt auch mehr. Dank der Blueprints und der Baukastenlogik lassen sich schöne Zoogestaltungen mit überschaubarem Aufwand umsetzen, und die Kamera lädt dazu ein, den eigenen Zoo aus der Besucherperspektive zu erkunden.

Beim Sound setzt das Spiel auf eine stimmige Mischung aus Tierlauten, Umgebungsgeräuschen und Besucherstimmen. Das Brüllen der Löwen, das Rascheln im Dickicht und das Stimmengewirr am Haupteingang machen den Zoo greifbar. Die Hintergrundmusik bleibt dezent und unterstützt eher das Planen als das Spektakel. Sie ist angenehm, bleibt aber hinter der Wirkung der Tiergeräusche zurück, und genau das ist bei einer Simulation dieser Art die richtige Gewichtung.

Planet Zoo 2 Screenshot 07

Technik und Steuerung auf PS5: Zoo am Controller

Planet Zoo 2 erscheint für die PS5 als PS5-Pro-Enhanced-Version. Für Besitzer:innen einer PS5 Pro lohnt sich damit der Blick in die Grafikoptionen, wenn man mehr Bildqualität aus dem eigenen Zoo herausholen möchte. Technisch läuft die Konsolenfassung insgesamt rund und auch in wachsenden Zoos bleibt das Spiel gut spielbar. Dafür sorgt unter anderem ein Komplexitätslimit, mit dem die Konsolenversion ihre Leistung stabil hält. Im normalen Spielalltag stoßen wir kaum an diese Grenze, wer aber gigantische Anlagen mit unzähligen Objekten plant, sollte sie im Blick behalten. Ganz ohne Macken kommt der Start allerdings nicht aus: Vereinzelt sind technische Fehler aufgetreten, weshalb sich regelmäßiges Speichern vor allem bei längeren Sessions lohnt.

Bei der Steuerung profitiert die Fortsetzung davon, dass die Serie bereits Erfahrung mit Controllern gesammelt hat. Kamera und Baumodus sind auf den DualSense zugeschnitten, und viele Aktionen gehen nach kurzer Eingewöhnung flott von der Hand. Trotzdem bleibt eine Zoosimulation mit ihrer Menge an Werten, Listen und Untermenüs auf dem Controller anspruchsvoller als mit Maus und Tastatur. Besonders beim präzisen Platzieren von Objekten und beim Zuschneiden von Gehegen merken wir, dass der Cursor zwar zuverlässig arbeitet, aber nicht ganz so flink ist wie am PC.

Die Feinarbeit mit den Sticks fühlt sich deshalb gelegentlich fummelig an und die Menüführung wirkt mit ihren vielen verschachtelten Ebenen schnell überladen. Es kommt vor, dass wir mehrmals ansetzen müssen, um genau das anzuwählen, was wir wollen. Wer zwischen Gehegewerten, Tierbedürfnissen und Bauoptionen ständig hin und her springt, merkt das mit zunehmender Zoogröße deutlicher. Vorgefertigte Habitate nehmen dem Ganzen etwas den Frust. Wer es komfortabler mag, kann übrigens Maus und Tastatur an die PS5 anschließen, denn beides wird in der Konsolenfassung unterstützt und macht Bau und Menüs spürbar bequemer.

Die Lernkurve ist erneut steil. Das Spiel erklärt vieles, setzt aber auf eure Neugier und Experimentierfreude. Wer in Planet Zoo oder Planet Coaster schon Stunden verbracht hat, findet sich schneller zurecht. Neueinsteiger:innen sollten Geduld mitbringen und zunächst die Karriere spielen, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Planet Zoo 2 Screenshot 08

Unser Fazit: Ein Zoo mit großem Herz und kleinen Macken

Planet Zoo 2 ist keine Revolution, aber eine selbstbewusste Weiterentwicklung. Die Wildtierreservate geben dem Spiel ein sinnvolles Ziel jenseits der Besucherzahlen, Aquarien und Volieren erweitern den Spielraum deutlich und die Tiere gehören zu den schönsten, die wir in einer Simulation gesehen haben. Dem gegenüber stehen die bekannten Schwächen: viel Mikromanagement, fummelige Gehegeerstellung, eine steile Lernkurve und ein Tierroster mit Lücken. Auf der PS5 gelingt die Umsetzung solide, auch wenn der Controller bei Feinarbeit nicht ganz an Maus und Tastatur heranreicht. Wer sich auf die Komplexität einlässt, bekommt einen Zoobau, der lange motiviert.

8.8
Gesamtwertung
Planet Zoo 2 im Test: Die Zoosimulation, die Tiere in die Freiheit entlässt

Planet Zoo 2 erweitert die Formel um Wildtierreservate, Wasser und Luft sinnvoll, bleibt aber fummelig. Wer Mikromanagement liebt, bekommt auf der PS5 eine der besten Zoosimulationen.

Gameplay 9.0
Grafik 9.0
Sound 8.5
Steuerung 8.0
Vorteile
  • Wildtierreservate verleihen dem Spiel ein echtes Ziel
  • Aquarien und Volieren bringen frische Abwechslung
  • Detailreiche Tiere mit glaubwürdigem Verhalten
  • Großer Baukasten mit Blueprints und neuen Szenerie-Themen
  • Läuft wunderbar flüssig
Nachteile
  • Fummelige Gehegeerstellung und viel Mikromanagement
  • Steile Lernkurve für Neueinsteiger:innen
  • Lücken im Tierroster, besonders bei amerikanischen und australischen Arten
  • Controller-Steuerung bei Feinarbeit weniger präzise als am PC

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