Graveyard Keeper 2 im Test: Wenn Untote das Geschäft am Laufen halten

Graveyard Keeper 2

Seit dem 22. September 2026 ist es offiziell so weit: Graveyard Keeper 2 hat seine Tore geöffnet,und mit ihm eine Stadt voller Probleme, die auf ihre Rettung wartet. Lazy Bear Games schickt uns als Großinquisitor los, der nicht nur Leichen unter die Erde bringt, sondern auch eine von Zombies überrannte Siedlung wieder aufbauen soll, mit einem wachen Auge fürs eigene Geschäft.

Erhältlich ist das Spiel von tinyBuild, für PlayStation 5, Xbox Series, Switch, Switch 2 und PC. Auf der PS5 kostet Graveyard Keeper 2 zum Launch 19,99 Euro. In unserem Graveyard Keeper 2 Test klären wir, wie gut die Mischung aus Friedhofssimulation, Automatisierung und Kleinstadtchaos auf der PlayStation 5 funktioniert und für wen sich der Ausflug ins makabre Mittelalter lohnt.

Gameplay: So spielt sich Graveyard Keeper 2 zwischen Gräbern und Gewinnmaximierung

Der Anfang hat es trotz Tutorial-Einblendungen in sich. Uns war lange nicht klar, wie das Rang-System für Fähigkeiten wie Handwerk oder Farmen eigentlich funktioniert. Erst wenn man einfache Aktionen wie das Fällen kleiner Bäume oder das Sammeln von Beerensträuchern als kleine Errungenschaften abhakt, steigt am Charakter nach und nach der jeweilige Rang, etwa für Handwerk. Das Spiel erklärt diesen Zusammenhang nicht wirklich, man muss ihn sich selbst erschließen

Sobald der Groschen gefallen ist, geht es zügig weiter zur Farmarbeit, zum Bau neuer Abbaustrukturen und zur Herstellung und Weiterverarbeitung neuer Materialien, um die ersten Quests abzuschließen. Genau an diesem Punkt gab es bei uns einen kleinen Hänger, denn man fühlt sich in dieser Phase spürbar alleingelassen. Auch die Quest-Übersicht mit den Auftraggeber:innen ist gewöhnungsbedürftig: Es gibt zwar eine Art Ablaufdiagramm mit den beteiligten Personen und der jeweiligen Aufgabe, doch auf der PS5 lässt sich abgesehen vom zugehörigen Bild nicht genau erkennen, was konkret hergestellt oder gesammelt werden soll.

Graveyard Keeper 2 Screenshot 01
Graveyard Keeper 2 Screenshot 02

Der Gameplay-Loop: Solide, aber repetitiv

Ist die Anfangshürde erst genommen, läuft der Gameplay-Loop aus Sammeln, Verarbeiten und Bestatten rund, auch wenn er einige Zeit braucht, bis er sich vollständig entfaltet. Mit Energie und Essen gab es bei uns keine Probleme, hier setzt Graveyard Keeper 2 auf ein klassisches System: Entweder isst man etwas, um die Energie aufzufüllen, oder man legt sich schlafen, um am nächsten Tag weiterzuarbeiten.

Gerade in den ersten Stunden wirkt der Loop dadurch recht repetitiv, dazu kommen lange Laufwege und Menüs, die nicht besonders selbsterklärend oder übersichtlich sind. Wer den Vorgänger kennt, wird sich schneller zurechtfinden, für Neulinge fehlt eine einfache Einführung an genau den Stellen, an denen sie am meisten helfen würde.

Graveyard Keeper 2 Screenshot 03

Automatisierung: Wenn die Untoten übernehmen

Die größte Neuerung gegenüber dem Vorgänger ist die Automatisierung, allerdings dauert es eine ganze Weile, bis man tatsächlich dort ankommt. Bis zu den eigenen Zombies und den ersten automatisierten Abläufen vergeht bei uns einiges an Zeit, in der man sich erst durch Handarbeit, Farmarbeit und die frühen Quests kämpft. Wer diese Geduld mitbringt, wird belohnt: Statt jeden Baum selbst zu fällen und jeden Stein einzeln zu schleppen, verbindet man Rohstoffvorkommen über Förderbänder mit unterirdischen Fabriken und setzt Zombies als Arbeitskräfte ein.

Jeder Untote levelt dabei einzeln, und ausgerechnet stark verweste Leichen mit vielen roten Totenschädeln ergeben die fähigsten Arbeitskräfte, eine hübsche Umkehr des ersten Teils, in dem weiße Schädel für Qualität standen. Sobald die ersten Ketten laufen, verändert sich der Rhythmus des Spiels spürbar: Aus hektischem Handarbeiten wird das Planen und Verbessern von Produktionsketten, und wer in anderen Aufbauspielen gern Abläufe optimiert, wird sich hier schnell zu Hause fühlen.

Graveyard Keeper 2 Screenshot 04

Stadt und Armee: Aus Problemen wird Profit

Sobald die Stadt ins Spiel kommt, öffnet sich die Welt spürbar, und der Wiederaufbau ist richtig gut gelöst. Du hilfst den Bewohner:innen, ihre Häuser wieder aufzubauen, erledigst Aufträge und machst aus deren Sorgen bei Gelegenheit bare Münze. Je besser deine Stadt versorgt ist, desto bessere Leichen bekommst du zurück, ein cleverer Kreislauf, der Aufbau und Friedhof enger verzahnt als im Vorgänger.

Auch die Verteidigung gegen die Zombie-Apokalypse macht Spaß: An festgelegten Tagen tretet ihr in zeitlich begrenzten Kämpfen an, um einzelne Bezirke der Stadt zurückzuerobern, indem ihr Kontrollpunkte auf der Karte einnehmt. Dafür lassen sich Söldner anheuern oder das eigene Zombie-Aufgebot ins Feld schicken, dazu baut ihr Barrikaden und rüstet euch selbst mit besseren Waffen und Rüstungen aus, denn leicht sind diese Abschnitte nicht. Gegenüber dem Vorgänger gibt es hier wie an vielen anderen Stellen spürbare Verbesserungen und Quality-of-Life-Updates, gerade Kenner:innen des ersten Teils werden die Weiterentwicklung zu schätzen wissen.

Graveyard Keeper 2 Screenshot 04
Graveyard Keeper 2 Screenshot 06

Grafik und Sound: Pixelkunst mit Galgenhumor

Optisch bleibt Graveyard Keeper 2 der Pixelgrafik treu, präsentiert sie aber in 2,5D. Das gibt Gebäuden, Maschinen und der Stadt mehr Tiefe und lässt die Welt lebendiger wirken, ohne den handgemachten Charme zu verlieren. Die Optik gefällt uns gut, ebenso der bissige, schwarze Humor, der die Reihe seit jeher auszeichnet.

Beim Sound hat uns vor allem die englische Sprachausgabe positiv überrascht, sowas ist man von der Reihe schlicht nicht gewohnt. Wichtige Charaktere sind jetzt vollständig vertont, auch in Zwischensequenzen, was der Geschichte deutlich mehr Gewicht gibt. Bildschirmtexte gibt es auch auf Deutsch. Auch die Hintergrundmusik ist durchweg angenehm und passt gut zum morbiden Grundton des Spiels.

Graveyard Keeper 2 Screenshot 07

Technik und Steuerung auf PS5

Technisch hat uns Graveyard Keeper 2 auf der PS5 etwas überrascht, und zwar nicht positiv. Das Spiel läuft nicht rund, es gibt kleine Hakler, und beim Laufen durch die Welt fühlt sich das Bild nicht sauber an. Kein direktes Tearing, aber vom Gefühl her nah dran, insgesamt fehlt es an einer stabilen Bildrate. Auch der Day-One-Patch hat daran nichts geändert. Dazu speichert das Spiel weiterhin nur beim Schlafengehen, also einmal pro Spieltag, was bei den technischen Aussetzern besonders unangenehm auffällt.

Positiver sieht es bei der Steuerung aus. Trotz der vielen Menüs für Werkzeugleiste, Inventar, Baumodus, Techbaum und Zombie-Verwaltung geht die Bedienung mit dem DualSense gut von der Hand, und die Menüs lassen sich trotz der fehlenden Übersicht bei Quests grundsätzlich flüssig navigieren. Wer vorab die Demo gespielt hat, kann seinen Fortschritt in die Vollversion mitnehmen.

Graveyard Keeper 2 Screenshot 08

Unser Fazit zu Graveyard Keeper 2

Graveyard Keeper 2 macht aus dem makabren Friedhofsjob ein deutlich größeres Unterfangen, ohne seine Identität zu verlieren. Der bissige Humor, der eigenwillige Pixelstil und die Lust am Optimieren sind da, dazu kommen Automatisierung mit Zombies, ein Stadtaufbau mit echten Befreiungskämpfen und deutlich mehr Spielraum als im ersten Teil.

Getrübt wird der starke Kern jedoch von einem holprigen Einstieg ohne klare Erklärungen, einem repetitiven frühen Spielverlauf und technischen Schwächen bei der Bildrate, die auch der Day-One-Patch nicht behebt. Damit richtet sich das Spiel vor allem an Fans des Vorgängers und an alle, die bereit sind, sich anfangs etwas durchzubeißen, bis der Loop aus Automatisierung, Stadtaufbau und Verteidigung seine volle Tiefe entfaltet.

8.0
Gesamtwertung
Graveyard Keeper 2 im Test: Wenn Untote das Geschäft am Laufen halten

Graveyard Keeper 2 macht aus dem makabren Friedhofsjob ein unterhaltsames Zombie-Imperium: mehr Tiefe, mehr Automatisierung, unverändert bissiger Humor. Nur die Systemfülle verlangt reichlich Geduld.

Gameplay 8.0
Grafik 8.0
Sound 8.0
Steuerung 8.0
Vorteile
  • Rund gelöster Stadtaufbau mit echten Befreiungskämpfen
  • Zombie-Automatisierung mit Förderbändern und individuell levelnden Arbeitskräften
  • Überraschend gute englische Sprachausgabe und angenehme Musik
  • Spürbare Quality-of-Life-Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger
  • Steuerung und Menünavigation gehen mit dem DualSense gut von der Hand
Nachteile
  • Holpriger, kaum erklärter Einstieg, besonders für Neulinge
  • Keine Materialübersicht oder Aufgaben-Tracking bei Quests
  • Instabile Bildrate, auch nach dem Day-One-Patch
  • Früher Spielverlauf recht repetitiv mit langen Laufwegen

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