Duskfade schickt uns auf PS5 in eine Welt, die von einer geheimnisvollen Uhrmacherei in ewige Nacht getaucht wurde. Der junge Zirian macht sich gemeinsam mit seinem mechanischen Begleiter Cuckoo auf, seine Schwester Allira zu retten, die im Inneren eines gewaltigen Uhrturms gefangen ist. Entwickelt wurde das Spiel vom spanischen Studio Weird Beluga, das mit Clid the Snail bereits Erfahrung im PlayStation Ökosystem gesammelt hat. Veröffentlicht wird Duskfade von Fireshine Games, und wir haben uns die vergangenen Tage intensiv durch die nächtlichen Gefilde von Tearfeld gekämpft.
Schon der Vergleich mit Genre Klassikern wie Jak & Daxter oder Kingdom Hearts drängt sich beim ersten Anspielen auf. Duskfade will spürbar an die goldene Ära der 3D Action Platformer aus der PS2 Zeit anknüpfen, verpackt das Ganze aber in ein melancholisches, von Trauer und Erinnerung geprägtes Uhrwerk Thema. Ob dieser nostalgische Ansatz auf der PS5 trägt, klären wir in den folgenden Abschnitten.
Gameplay: Federleichtes Platforming mit spürbaren Lücken
Rein spielerisch macht Duskfade vieles richtig. Zirian springt, gleitet, greift mit dem Enterhaken nach entfernten Punkten und kombiniert seine Angriffe zu flüssigen Ketten. Das Platforming gelingt dabei durchweg sehr gut, Sprünge lassen sich präzise dosieren, Haken Punkte werden zuverlässig erfasst, und die Bewegung durch die Areale fühlt sich angenehm rund an.
Auch die Kämpfe wissen im Kern zu überzeugen. Zirian verfügt über leichte und schwere Angriffe, Ausweichrollen und später freischaltbare Verbesserungen, die sein Move Set spürbar erweitern. Etwas getrübt wird das Kampferlebnis allerdings dadurch, dass die Kamera in hitzigeren Situationen nicht immer optimal positioniert ist. Gerade wenn mehrere Gegner gleichzeitig angreifen, mussten wir öfter manuell nachjustieren, um den Überblick zu behalten.


Weniger überzeugend ist für uns das Tempo der Erkundung. Die einzelnen Gebiete von Tearfeld sind großzügig angelegt, wirken dabei streckenweise aber auch spürbar leer. Gegner tauchen eher vereinzelt auf statt die Welt durchgehend zu beleben, sodass sich bei längeren Erkundungspassagen mitunter Leerlauf einschleicht. Das mindert nicht die handwerkliche Qualität des Platformings, sorgt aber dafür, dass der Spielfluss an manchen Stellen an Spannung verliert.
Hinzu kommt ein holpriger Erzählstart, der zu Beginn viel Hintergrund vermitteln will, dabei aber eher fragmentarisch wirkt. Duskfade hat durchaus seinen eigenen Stil und Charakter und trägt spürbar Nostalgie in sich, doch die Bindung zur Welt und zu den Figuren wollte sich bei uns über die gesamte Spielzeit hinweg nicht vollständig einstellen.

Grafik und Sound: Ein stimmungsvolles Uhrwerk aus Licht und Klang
Optisch präsentiert sich Duskfade als liebevoll gestalteter, cartoonhafter Ausflug in eine von Zahnrädern und Uhrwerken durchzogene Welt. Die einzelnen Areale von Tearfeld wirken auf der PS5 durchweg stimmungsvoll, das Zusammenspiel aus warmem Lichtdesign und der nächtlichen Grundstimmung der Spielwelt erzeugt eine angenehm melancholische Atmosphäre, die dem Thema Trauer und Erinnerung gut zu Gesicht steht.
Die Charaktermodelle von Zirian und Cuckoo sind niedlich in Szene gesetzt, auch wenn ihr Design für unseren Geschmack an manchen Stellen etwas zu sehr auf comichafte Übertreibung setzt. Wer gepflegten Kitsch mag, wird davon aber ohnehin nicht gestört. Die Vielfalt der Biome sorgt zudem dafür, dass die Reise durch Tearfeld visuell kaum an Abwechslung vermissen lässt, auch wenn die weitläufigen Gebiete stellenweise mehr Leben vertragen könnten.
Musikalisch begleitet uns ein atmosphärischer Soundtrack, der die ruhigeren Erkundungsmomente ebenso trägt wie die actionreicheren Kampfsequenzen. Die Soundkulisse insgesamt fügt sich stimmig in das Uhrwerk Thema ein, tickende und mechanische Klangelemente tauchen immer wieder dezent im Sounddesign auf und unterstreichen die Identität der Spielwelt, ohne aufdringlich zu wirken.


Technik und Steuerung auf PS5: Flüssig, mit kleinen Kameraschwächen
Technisch macht Duskfade auf der PS5 einen soliden Eindruck. Während unserer Testzeit auf der Basiskonsole lief das Spiel durchweg flüssig, selbst wenn mehrere Gegner mit unterschiedlichen Angriffsmustern und Projektilen gleichzeitig auf dem Bildschirm aktiv waren. Merkliche Framerate Einbrüche sind uns dabei nicht begegnet, was angesichts der Indie Herkunft des Titels durchaus positiv hervorzuheben ist.
Die Steuerung über den DualSense Controller nutzt sowohl Vibrationsfunktion als auch Trigger Effekte, was den Kämpfen und dem Grapple Einsatz zusätzliches haptisches Feedback verleiht. Die Eingaben setzen zuverlässig um, Sprünge, Ausweichrollen und Angriffe reagieren ohne spürbare Verzögerung. Einzig die bereits erwähnte Kameraführung in Kampfsituationen trübt den ansonsten runden Eindruck etwas.

Unser Fazit zu Duskfade
Nach unserer Zeit in Tearfeld bleibt ein zwiegespaltener Eindruck. Handwerklich gelingt Duskfade vieles: Das Platforming sitzt, die Kämpfe sind solide, und das Spiel besitzt einen eigenständigen, stimmungsvollen Stil, der spürbar Nostalgie an klassische Action Platformer weckt. Auch technisch präsentiert sich der Titel auf der PS5 rund.
Was uns letztlich fehlt, ist das gewisse Etwas. Die großzügig angelegten Gebiete wirken trotz ihrer Größe oft leer, Gegner begegnen uns eher sporadisch als konstant, und auch zu Zirian und der Welt von Tearfeld wollte sich bei uns keine wirkliche Bindung einstellen. Duskfade ist ein schön anzusehender, solide spielbarer Ausflug in eine melancholische Uhrwerk Welt, konnte uns emotional aber nicht vollständig packen.
Duskfade überzeugt mit schönem Platforming und solidem Kampfsystem, doch eine spürbar leere Spielwelt und fehlende emotionale Bindung verhindern den ganz großen Wurf.
- Sehr gut gelungenes Platforming
- Solides, forderndes Kampfsystem
- Technisch sauber auf PS5, keine spürbaren Framerate Einbrüche
- Eigenständiger Stil mit stimmungsvoller Nostalgie
- Atmosphärischer Soundtrack mit passenden Uhrwerk Motiven
- Kamera in Kämpfen nicht immer optimal positioniert
- Spielwelt wirkt trotz großer Gebiete oft leer
- Gegneraufkommen zu sporadisch
- Fehlende emotionale Bindung zu Welt und Charakteren
- Holpriger Erzählstart







