In unserem Test zu Control Resonant klären wir, ob Remedy den Sprung aus den Betonfluren des Ältesten Hauses auf die offenen Straßen von Manhattan geschafft hat. Sieben Jahre nach den Ereignissen aus Control übernehmen wir die Rolle von Dylan Faden, dem Bruder von Jesse. Das FBC entlässt ihn aus der Haft, weil eine paranormale Entität aus dem Ältesten Haus ausgebrochen ist und die Stadt überrollt. Herausgekommen ist ein stilsicheres, actionreiches Rollenspiel, das mit flexiblem Kampfsystem, spektakulärer Fortbewegung und einer eigenwilligen Welt überzeugt.
Gameplay mit viel Tempo und Abwechslung
Dylan statt Jesse: Ein persönlicherer Blick auf das FBC
Der Wechsel der Hauptfigur ist die größte Weichenstellung des Spiels. Dylan, dessen Besessenheit durch die paranormale Bedrohung einst hunderten FBC-Agent:innen das Leben kostete, bekommt die Chance auf Wiedergutmachung. Die Geschichte fällt dadurch persönlicher aus als im Vorgänger und wirft ein kritisches Licht auf eine Behörde, die ihre Methoden nie ganz offenlegt. Die Story ist von Beginn an spannend erzählt, wir wollen unbedingt herausfinden, worum es eigentlich geht, und werden dabei immer wieder mit neuen Fragen konfrontiert.
Die endlosen Gespräche mit starren NPCs aus dem ersten Teil sind weitgehend Geschichte. Vieles läuft über Funk, persönliche Unterhaltungen kommen schneller auf den Punkt. Nur zu Beginn fällt die Orientierung nicht ganz leicht, da uns das Spiel nicht immer direkt anleitet, wo es als Nächstes hingeht. Wir müssen erst selbst beobachten, was in der Welt vor sich geht, bevor sich der nächste Schritt erschließt. Das ist gewöhnungsbedürftig, sorgt später aber für ein befriedigendes Gefühl von Eigenständigkeit.


Kampfsystem: Flexible Waffenkombinationen sorgen für Abwechslung
Das Gameplay macht durchweg viel Spaß. Die Kämpfe sind actionreich und dank der flexiblen Kombination aus verschiedenen Waffen im Primär- und Sekundär-Slot sowie zusätzlichen Fähigkeiten bietet Control Resonant enorme Abwechslung. Statt der Dienstwaffe setzt das Spiel auf den Aberrant, eine formwandelnde Nahkampfwaffe. Sense, Hammer, Axt, Speer, Doppelklingen oder Peitsche lassen sich frei kombinieren, dazu wählen wir ein Combo-Finish mit eigenem kleinen Skillbaum. Ergänzt wird das Arsenal durch paranatürliche Fähigkeiten wie den Sperrfeuer-Angriff, der Projektile auf Gegner schleudert, oder die instabile Anomalie, einen turmartigen Verbündeten, den wir werfen und zur Detonation bringen können.
Die Gegner-Designs und deren Variationen sind ebenfalls gelungen und sorgen dafür, dass sich Kämpfe nicht eintönig anfühlen. Besonders die Bosskämpfe sind cool und spektakulär inszeniert. Sie verbinden das actionreiche Kampfsystem geschickt mit den einzigartigen Bewegungsmöglichkeiten, sodass wir während des Kampfes ständig zwischen Angriff und akrobatischer Fortbewegung wechseln.

Fortbewegung: Doppelsprünge, Gleiten und die Gravitationsfähigkeit
Auch das Reisen durch die einzigartige Welt bereitet viel Spaß. Es geht flott voran, mit doppelten Sprüngen und etwas Gleiten überwinden wir große Hürden und Klüfte, springen von Hausdach zu Hausdach und erkunden das gefaltete Manhattan im eigenen Tempo. Ein besonderes Highlight ist die Freischaltung der Gravitationsfähigkeit, mit der wir auch Zugang zu zuvor unüberwindbaren, steilen Wänden erhalten. Das ist vor allem dann spannend, wenn wir uns durch komplett verschachtelte Bereiche der Welt bewegen, in denen sich Straßen und Gebäude in ungewöhnlichen Winkeln auftürmen.

Zonen, Nebenaufgaben und Spielumfang
Manhattan gliedert sich in mehrere Zonen mit jeweils ganz eigenem Erscheinungsbild, von zerklüfteten Häuserschluchten bis zu Vierteln, die vollständig von der paranormalen Entität überformt wurden. Die Schnellreise zwischen den Zonen geht nahezu verzögerungsfrei vonstatten, ebenso der Wechsel in den Zwischenraum, einen Rückzugsort in Dylans Geist. Dort schalten wir Fähigkeiten frei, probieren neue Kombinationen aus Waffen und Fertigkeiten aus und stellen Artefakte her, bevor wir wieder zurück ins reale Manhattan wechseln.
Die Nebenaufgaben sind ein echtes Highlight des Spiels und sorgen für zusätzliche Abwechslung abseits der Hauptgeschichte. Von kleinen Ermittlungen rund um mysteriöse Vorkommnisse in der Stadt bis zu typischer Remedy-Skurrilität ist einiges geboten, und immer wieder finden sich kuriose Begegnungen und kleine Geschichten am Rande, die die schrullige Atmosphäre der Spielwelt zusätzlich unterstreichen und zum Erkunden abseits des Hauptpfads einladen.
Die Hauptgeschichte lässt sich in rund 25 bis 35 Stunden abschließen, wer das Spiel zu hundert Prozent abschließen möchte, ist deutlich länger beschäftigt. Auf der PS5 lässt sich der Fortschritt der Hauptquest bequem über die Aktivitäten verfolgen.

Traumhafte Zwischenwelten mit Verbindung zu Jesse
Immer wieder führt uns die Handlung in traumhafte Zwischenwelten, die uns mit Jesse verbinden. Diese Abschnitte gehören zu den interessantesten des Spiels und setzen sich atmosphärisch klar vom restlichen Manhattan ab. Sie liefern nicht nur erzählerische Tiefe, sondern lockern das Tempo zwischen den actionreichen Kampf- und Erkundungsphasen angenehm auf.
Schwierigkeitsgrad und Barrierefreiheit
Standardmäßig können vor allem die Kämpfe gegen Bosse ordentlich fordern. Wer es lieber entspannter mag oder im Gegenteil eine größere Herausforderung sucht, findet im Hilfsassistenten vielfältige Einstellungsmöglichkeiten. Damit lässt sich die Schwierigkeit sowohl verringern als auch erhöhen, Control Resonant passt sich also sehr individuell an die eigenen Vorlieben an.

Grafik und Sound: Ein Manhattan, das sich selbst verbiegt
Optisch gehört Control Resonant zu den spannendsten Titeln der aktuellen Konsolengeneration. Straßen knicken im rechten Winkel ab, ganze Stadtteile sind von blauem Schimmel überwuchert, und ein späteres Gebiet ist ein echter Showstopper, der auch nach Stunden noch beeindruckt. Die Northlight Engine zeigt hier, was sie in größerem Maßstab leisten kann. Dass der Look weniger beklemmend ausfällt als im Ältesten Haus, liegt an der offeneren Struktur der Stadt. Dafür bekommt Control Resonant eine ganz eigene, traumartige Handschrift, die besonders in den verschachtelten Weltabschnitten zur Geltung kommt.
Zerstörung gibt es weniger als im ersten Teil, doch umherfliegende Verkehrshütchen und berstende Absperrungen sorgen für Wucht. Und ja, es macht Spaß, mit einem Aberrant, der sich von der Axt zur Peitsche verwandelt, gegen kuriose Gegner anzutreten, während die Wolkenkratzer um uns herum in sich zusammenfalten.
Beim Sound setzt Remedy auf die Stärke, die das Studio seit jeher auszeichnet: Musik, die Momente betont. Auch hier gibt es Schlüsselszenen, in denen gezielt eingesetzte Songs ihre volle Wirkung entfalten. Wer ein kompatibles Headset nutzt, profitiert zusätzlich von der 3D-Audio-Unterstützung, die der Stadt noch mehr räumliche Tiefe verleiht.


Technik und Steuerung auf PS5: Die Pro-Konsole ist klar im Vorteil
Auf der PS5 stehen uns ein Performance-Modus mit 60 fps bei 1440p sowie ein Qualitätsmodus mit 30 fps bei 2160p zur Verfügung. Auf der PS5 Pro kommt zusätzlich PSSR zum Einsatz, dort haben wir die Wahl zwischen Performance (60 fps, 2160p), Qualität (30 fps, 2160p mit Raytracing) und dem Balanced-Modus (40 fps, 2160p mit Raytracing) für Besitzer:innen eines 120-Hz-Displays. In unserem Test überzeugt die Performance in beiden Modi durchweg, uns sind keine störenden Einbrüche aufgefallen, und auch das Bild wirkt jederzeit sauber und stabil.
Die Steuerung geht sehr gut von der Hand. Sowohl im Kampf als auch bei der Fortbewegung reagiert Dylan präzise und direkt auf unsere Eingaben, was gerade bei den schnellen Kombinationen aus Sprüngen, Gleiten und Nahkampf wichtig ist.
Bei der Haptik überzeugt vor allem die Nutzung des DualSense. Die adaptiven Trigger geben Dylans Fähigkeiten spürbaren Widerstand, der Sperrfeuer-Angriff und die instabile Anomalie fühlen sich beim Auslösen jeweils unterschiedlich an, was die Verbindung zwischen Eingabe und Aktion stärkt.


Unser Fazit zu Control Resonant
Mit Control Resonant gelingt Remedy ein mutiger und gleichzeitig sehr spielbarer Sprung von der klaustrophobischen Enge des Ältesten Hauses hinein in ein offenes, verspieltes Manhattan. Das Zusammenspiel aus wuchtigem Nahkampf, cleverer Fähigkeiten-Kombination und einer Fortbewegung, die sich dank Doppelsprung, Gleiten und Gravitationsfähigkeit fast schon spielerisch anfühlt, trägt das Spiel zuverlässig über seine gesamte Laufzeit. Auch abseits der Hauptgeschichte gibt es mit den Nebenaufgaben, dem Zwischenraum und den traumhaften Verbindungen zu Jesse genug, das zum Erkunden einlädt. Dass der Einstieg zunächst etwas Orientierung verlangt, fällt angesichts der Stärken des restlichen Spiels kaum ins Gewicht. Wer offen für ein actionreiches, eigenwilliges Paranormal-Abenteuer ist, macht mit Control Resonant nichts falsch.
Control Resonant erscheint offiziell am 24. September 2026 für PlayStation 5.
Mutiger, actionreicher Nachfolger mit wuchtigem Kampfsystem, herrlicher Fortbewegung und starker Optik, der auf der PS5 technisch und spielerisch rundum überzeugt.
- Wuchtiges, flexibles Kampfsystem mit vielen Kombinationsmöglichkeiten
- Fortbewegung macht großen Spaß
- Abwechslungsreiche Nebenaufgaben und der Zwischenraum als lohnender Rückzugsort
- Spektakulär inszenierte Bosskämpfe
- Coole Gegner-Designs
- Präzise Steuerung und stabile Performance in beiden PS5-Modi
- Individuell anpassbarer Schwierigkeitsgrad dank Hilfsassistent
- Orientierung zu Spielbeginn anfangs etwas ungewohnt
- Kampf wird im späteren Verlauf repetitiv
- Gegnervielfalt lässt gegen Ende nach
- Tempo wackelt im letzten Spielabschnitt
- Einige Rätsel-Abschnitte ziehen sich







