They Are Billions
Review

They Are Billions (PS4) im Test

Als They Are Billions 2017 erstmals auf PC in die Early-Access-Phase startete, erfreute sich der Titel großer Beliebtheit. Seitdem hat sich einiges getan und im Juni verlies der Titel offiziell mit Version 1.0 die Alpha-Phase am PC. Kurz darauf folgten nun auch die Konsolenfassungen von They Are Billions. Wir konnten bereits die PlayStation 4-Fassung testen und verraten euch wieso der Titel so süchtig macht und was wir aktuell in der Konsolenfassung vermissen.

Ab ins kalte Wasser

Im Hauptmenü des Spiels angekommen waren wir erstmal etwas verwundert. Ihr findet lediglich den Survival-Modus sowie die Herausforderung der Woche als Modi vor. Die Kampagne, welche wohl die größte Neuerung des PC-Releases ist, fehlt leider bisher in der Konsolenfassung und soll bisher ohne näheren Termin später nachgereicht werden. Damit bleibt auch ein entsprechendes Tutorial komplett aus und ihr müsst euch selbst in das Spiel einfinden oder anderweitige Quellen suchen, um die Grundlagen des Spiels zu erlernen.

Das in einer Steampunk-Welt angesiedelte Spiel lässt euch zuvor jedoch ein paar Einstellungen treffen, um den Schwierigkeitsgrad etwas anzupassen. Einerseits könnt ihr zwischen verschiedenen Karten wählen, wobei zu Beginn natürlich nur die Erste freigeschaltet ist. Weitere Karten schaltet ihr nach und nach frei, wenn ihr den Kampf gegen die Zombies besteht. Außerdem könnt ihr auch die Anzahl von Tagen wählen, bis die Horde bei euch eintrifft. Demzufolge habt ihr länger oder kürzer Zeit um euch auf den Angriff vorzubereiten und eure Basis zu errichten. Zu guter Letzt könnt ihr auch wählen wie groß der Anteil der Infizierten in der Bevölkerung sein soll. Natürlich empfehlen wir hierbei zum Start die möglichst einfachsten Einstellungsoptionen. Dementsprechend ergibt sich ein Multiplikator, welcher als Voraussetzung für die Freischaltung weiterer Karten gilt.

They Are Billions Screenshot 01

They Are Billions Screenshot 02

Im Anschluss könnt ihr euch direkt ins Geschehen stürzen, auch wenn ihr euch so fühlt, als seid ihr ins kalte Wasser gestoßen wurden. Die Karte wird dabei mit jedem Spiel aufs Neue zufällig generiert. Abgesehen von einer kurzen Einblendung der Steuerung am linken oberen Bildschirmrand gibt es keine weiteren Hinweise zum Spielablauf. Ziel ist es jedenfalls eine stabile Siedlung und Verteidigung zu errichten, welcher der schon bald anbahnenden Horde gewappnet ist.

An die Steuerung mit dem Cursor muss man sich erstmal gewöhnen. Zu Beginn stehen euch zunächst ein paar Truppen zur Erkundung sowie Rohstoffe für den Bau erster Gebäude zur Verfügung. Einerseits gilt es erstmal eine stabile Rohstoffzufuhr zu gewährleisten sowie die Bevölkerungszahl zu erhöhen.  Das geht an sich relativ einfach von der Hand. Zunächst gilt es jedoch erstmal die verschiedenen Gebäudetypen kennenzulernen. Die Bevölkerungszahl erhöht ihr mit zusätzlichen Zelten. Die Rohstoffe teilen sich auf in Holz, Gestein, Fischfang oder Jagdgebäude um auch die Nahrungszufuhr zu sichern.

Je nachdem wo ihr ein Gebäude platziert wird jeweils dargestellt, wie effektiv an dieser Stelle die Rohstoffe beschafft oder abgebaut werden können. Darüber hinaus gibt es auch Türme zur Herstellung und Verbreitung von Energie, welche ihr für so manche Gebäude benötigt. Andernfalls könnt ihr kaum eure Kolonie ausbauen. Außerdem lassen sich auch Verteidigungsgebäude, wie Türme, Mauern und Tore erbauen. Und für die Rekrutierung neuer Militär-Einheiten werden natürlich auch entsprechende Kasernen benötigt.

They Are Billions Screenshot 03

Schwächen bei der Steuerung und fehlende Inhalte stören die Apokalypse

Mit euren Militär-Einheiten könnt ihr nebenbei außerdem auch schon mal die Umgebung nach und nach erkunden, um weitere Rohstoffvorkommen zu finden oder Vorräte einzusammeln. Jedoch sollte man auch hierbei vorsichtig sein, sodass ihr nicht auf eine Gruppe von Infizierten trefft, diese könnten euch nämlich das Leben schwer machen, noch bevor die Horde bei euch eintrifft. Durch die zufällig generierten Umgebungen fühlt sich zudem kein Spiel wie das andere an. Manche Karten können demnach auch einige Überraschungen für euch bereithalten. Trotz dem sehr traditionellen Echtzeit-Strategie-Gameplay kommt so eine sehr düstere Stimmung auf, welche ihr ansonsten nur von Survival-Titeln kennt.

Was die Steuerung anbelangt, so fühlt sich They Are Billions mit Controller weniger präzise an als es am PC mit Maus und Tastatur der Fall ist. Vor allem die Cursor-Steuerung fühlt sich etwas schwerfällig an. Demnach ist es gar nicht so einfach gezielt Gebäude und Truppen und deren Menüs anzuvisieren oder Truppen über die Karte zu navigieren. Dies geschieht entweder zu langsam oder zu schnell, wodurch ihr wertvolle Zeit verliert. Das wird dahingehend zum Problem, weil They Are Billions nicht nur ein übliches Aufbau- und Management-Spiel ist, sondern auch auf Zeit spielt bis die Horde anrollt. Vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden kann somit die ungenaue Steuerung zum Verhängnis werden. Optional werden immerhin Maus und Tastatur auch auf Konsolen unterstützt. Wer jedoch standardmäßig wie vorgesehen mit Controller spielt, wird nichtsdestotrotz gut mit der Steuerung zurechtkommen. Wer zudem eine Verschnaufpause braucht, kann zu jeder Zeit das Spiel pausieren.

They Are Billions Screenshot 04

Wie auch schon zu Beginn erwähnt fehlt es abseits des Survival-Modus etwas an Abwechslung. Trotz zufallsgenerierter Karten und unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade fehlt da etwas der Reiz. Eigentlich erhofft und erwartet haben wir auch die neue Story-Kampagne mit dem Titel „The New Empire“, welche auf PC zeitgleich mit der Veröffentlichung von Version 1.0 erschien. Die Kampagne umfasst 48 Missionen, welche eine Spielzeit von bis zu 60 Stunden bieten soll. Diese bietet sowohl die Grundlagen für den Einstieg und andererseits eine deutliche Herausforderung für Veteranen.  Auch hier gilt es Kolonien im Ödland zu errichten, die Horden von Infizierten zu dezimieren, die Reste der Menschheit zu erkunden und die infizierten Länder zurückzuerobern.

Zeitgleich wurden zwei neue Karten für den Survival-Modus eingeführt und bestehende Karten nochmal angepasst. Genauso wie die Kampagne werden der aktuellen Konsolenversion jedoch wohl noch einige Inhalte und Anpassungen fehlen, welche erst später mit neuen Patches nachgereicht werden. Bis dahin fehlt es They Are Billions jedoch an Inhalt, wodurch der Titel sich auf Konsolen wie die vorherige Early Access-Fassung anfühlt, was etwas schade ist. Darüber hinaus könnt ihr euch über wöchentlich wechselnde Herausforderungen freuen. In diesen erwartet euch jede Woche eine neue zufällige Karte, auf welcher ihr einen Highscore erspielt, welcher letztendlich zum Vergleich auf der Bestenliste landet. Wer kann sich den Massen von Zombies am besten stellen?

Optisch macht They Are Billions auf jeden Fall einen guten Eindruck und läuft auch technisch vernünftig auf PlayStation 4. Vor allem das Setting und die Atmosphäre wissen hierbei zu gefallen. Besonders episch wird es sobald die immense Horde anstürmt und versucht eure Kolonie dem Erdboden gleich zu machen. Dabei werden mehrere Tausend infizierte zeitgleich auf dem Bildschirm dargestellt. Habt ihr zudem erstmal eine stattliche Basis errichtet und ihr zoomt hinaus, kann es zu Bildrateneinbrüchen kommen. Zudem kann noch der ein oder andere kleinere Bug auftreten. Der Sound in Form von mächtigen Klängen ist zudem sehr solide.

They Are Billions Screenshot 05

Unser Fazit zu They Are Billions

They Are Billions stellt einen äußerst interessanten und erfrischenden Mix aus Aufbau- und Echtzeitstrategie-Spiel mit Survival-Elementen dar. Das Steampunk-Setting in Kombination mit den beeindruckenden Zombie-Horden weiß zu gefallen und mit etwas Übung bereitet auch das Gameplay jede Menge Spaß, auch wenn der Schwierigkeitsgrad recht weit oben angesetzt ist. Leider ist die Freude zugleich nicht von langer Dauer. Dies liegt einerseits an der unpräziseren Steuerung mit Controller, bei welcher ihr wichtige Zeit verliert und andererseits am mangelnden Umfang der Konsolenfassung gegenüber dem PC-Release. Hierbei wird vor allem die Kampagne vermisst, welche einen sehr guten Umfang sowie die Grundlagen mit sich bringt. So werdet ihr direkt ins kalte Wasser geworfen und allein der Survival-Modus wird für den ein oder anderen Spieler auf Dauer frustrierend und zu herausfordernd sein. Wem jedoch die tiefgreifende Spielmechanik zusagt und bereits ohne Kampagne seinen Spaß haben wird, dem können wir They Are Billions nur empfehlen. Gerne wünschen wir uns weitere Nischentitel dieser Art für PlayStation 4.

They Are Billions ist ab sofort für PlayStation 4 im PlayStation Store erhältlich. Gerne möchten wir uns für die Bereitstellung des Review-Keys bedanken.

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