Of Peaks and Tides: Wenn Sandstürme zur Waffe und Riesenbestien zur Basis werden

Of Peaks and Tides

Ein Jahr nach der ersten Enthüllung meldet sich Of Peaks and Tides mit einer deutlich erweiterten Vision zurück. Das chinesische Studio CyancookGames setzt bei seinem Open-World-Abenteuer auf die Unreal Engine 5, eine hochgradig reaktive Physik und eine Spielwelt, die von der Mythologie des alten China inspiriert ist. Wer bei Survival-Crafting sofort an Holzhütten, Hungerbalken und endloses Ressourcensammeln denkt, dürfte hier angenehm überrascht werden. Das Motto des Teams lautet „Boundless Creativity, Imaginative Combat“, und genau darum dreht sich alles: Die Umgebung selbst wird zum Werkzeug in den Händen der Spieler:innen.

Everland: Eine Welt, von den Göttern verlassen

Schauplatz des Abenteuers ist Everland, eine weitläufige Welt, die einst eng mit den Göttern verbunden war. Ein Konflikt zwischen Himmel und Erde hat diese Verbindung jedoch zerrissen. Zurück blieben eine im Stich gelassene Menschheit und die Trümmer einer untergegangenen Zivilisation.

Wir schlüpfen in die Rolle der Nolands, die buchstäblich mit nichts beginnen. Ressourcen sammeln, Unterkünfte errichten und sich gegen die Bewohner Everlands behaupten, das ist allerdings nur der Anfang. Nach und nach stoßen wir auf die Überreste verlorener Kulturen und stellen uns schließlich den Göttern, die die Menschheit ihrem Schicksal überlassen haben. Für ein Survival-Spiel ist das ein erfreulich ambitionierter erzählerischer Rahmen.

Of Peaks and Tides macht fast alles zur Waffe

Das Herzstück von Of Peaks and Tides ist emergentes Gameplay. Statt fester Lösungswege sollen wir mit der Umgebung experimentieren und eigene Ansätze finden. Die physikbasierten Systeme machen dabei selbst die ungewöhnlichsten Gegenstände zu brauchbaren Waffen. Beerenhammer oder Bienenstockhammer klingen zunächst nach einem Scherz, sollen laut Entwicklerteam aber selbst gegen mächtige Bosse überraschend wirkungsvoll sein.

Auch die Pflanzenwelt spielt eine taktische Rolle. Bestimmte Gewächse lassen sich einsetzen, um riesige Kreaturen in Fallen zu locken oder ihre Bewegungen gezielt zu beeinflussen. Kreativität und Experimentierfreude sollen damit genauso wichtig werden wie klassische Ausrüstung.

Wenn der Blizzard zum Verbündeten wird

Naturkatastrophen sind in Everland weit mehr als bloße Umweltgefahren. Sandstürme und Schneestürme können den Verlauf eines Kampfes maßgeblich verändern. Wer die Bedingungen geschickt nutzt, bringt Gegner aus dem Konzept, formt Begegnungen neu und dreht das Kräfteverhältnis zu den eigenen Gunsten.

Dazu passt das lebendige Ökosystem. Die Kreaturen warten nicht einfach darauf, angegriffen zu werden. Sie jagen, verstecken sich und reagieren auf ihre Umgebung. Zusammen mit den dynamischen Wetterbedingungen sollen so Begegnungen entstehen, die je nach Situation völlig unterschiedlich ablaufen.

Mobile Festungen auf dem Rücken gewaltiger Kreaturen

Eines der spannendsten Features betrifft den Basisbau. Unser Zuhause muss nämlich nicht an einem Ort bleiben. Gezähmte Riesenbestien tragen auf Wunsch eine komplette mobile Basis auf ihrem Rücken durch die Welt. Enorme fliegende Kreaturen eröffnen zusätzlich eine weitere Möglichkeit, Everland zu durchqueren. Gerade in einem Genre, in dem das Zurücklaufen zur Basis oft zur lästigen Pflicht wird, klingt dieser Ansatz erfrischend.

Fabelwesen aus dem Shan Hai Jing

Optisch und thematisch hebt sich das Spiel deutlich von vielen Genrekollegen ab. Die Bewohner Everlands sind vom Shan Hai Jing inspiriert, dem klassischen „Buch der Berge und Meere“ der chinesischen Mythologie. Zu den bisher gezeigten Kreaturen zählen Fuzhu, der kleine Taotie, verschmitzte Affen und der gewaltige Xi.

Die Biome reichen von der Cangmu-Quelle über üppige Wälder bis hin zu ausgedehnten Wüsten und schneebedeckten Gipfeln. Jede Region soll eigene Herausforderungen und Entdeckungen bereithalten.

Ein Jahr Feinschliff und 500 Spieler:innen in Shanghai

Seit der Enthüllung von Of Peaks and Tides im vergangenen Jahr hat CyancookGames das Projekt nach eigenen Angaben umfassend überarbeitet. Die aktuelle Version bietet dynamischere Umgebungen, verbesserte visuelle Effekte, erweiterte Interaktionen mit der Welt und größer angelegte Bosskämpfe.

Bei einem zweitägigen Anspiel-Event in Shanghai konnten mehr als 500 Spieler:innen die neue Fassung erstmals selbst ausprobieren. Parallel dazu veröffentlichte das Team frisches Material, unter anderem zum Crafting, zu den Naturkatastrophen rund um den sogenannten „Cataclysm Day“ sowie zu einem Straßen- und Brückensystem, mit dem sich die Welt offenbar aktiv erschließen lässt.

Bleibt die PS5 im Nebel der Berge?

Einen Wermutstropfen gibt es für uns PlayStation-Fans allerdings: Offiziell bestätigt ist derzeit nur die PC-Version, Of Peaks and Tides lässt sich aktuell auf die Steam-Wunschliste setzen. Eine PS5-Umsetzung wurde bislang weder angekündigt noch ausgeschlossen, und auch ein Release-Termin steht noch aus. Angesichts der Unreal Engine 5 und des wachsenden Interesses an chinesischen Produktionen auf Konsolen wäre ein Sprung auf die PS5 aber keineswegs abwegig. Wir behalten das Projekt im Auge und halten euch auf dem Laufenden.

Was haltet ihr von Of Peaks and Tides? Würdet ihr gern eine Festung auf dem Rücken einer Riesenbestie errichten, oder habt ihr vom Survival-Genre inzwischen genug? Schreibt es uns in die Kommentare!


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