Solarpunk im Test: Entspanntes Survival-Crafting über den Wolken

Solarpunk

Survival-Crafting-Spiele ohne Kampf, ohne Bedrohung, ohne echten Druck: Das ist ein Nischenversprechen, an dem schon einige Titel gescheitert sind. Solarpunk vom kleinen Indie-Studio Cyberwave zeigt jedoch, wie man aus wenigen Systemen ein rundum entspannendes Erlebnis zaubert. Wir haben das Spiel auf der PlayStation 5 gespielt und geprüft, ob sich der Ausflug über die Wolken lohnt.

Schon der erste Eindruck macht klar, worauf Solarpunk hinauswill. Ihr startet auf einer grünen, einladenden Himmelsinsel und arbeitet euch von dort aus in eine Welt vor, die aus unzähligen schwebenden Inseln besteht. Jede davon bringt ihr eigenes Biom und eigene Ressourcen mit, sodass Erkundung durchgehend belohnt wird. Kampf oder Jagd sucht ihr vergebens, selbst das dynamische Wetter mit Regen und Blitzen wirkt sich nie negativ auf euch aus, sondern liefert höchstens Atmosphäre.

Solarpunk Screenshot 01

Bauen, Farmen, Automatisieren

Im Kern bleibt Solarpunk ein klassisches Survival-Crafting-Spiel, nur eben ohne Zähne. Hunger und Durst sind die einzigen Werte, die ihr im Blick behalten müsst, alles andere dient reiner Kreativität. Ihr sammelt Stöcke und Steine, baut Werkbank und Forschungstisch, stellt euch einen Regenwasser-Sammler hin und beginnt, Baumwolle, Beeren und andere Pflanzen anzubauen. Da nichts von selbst nachwächst, wird Farmen schnell zum festen Bestandteil eures Alltags auf der Insel.

Richtig charmant wird es, sobald die Automatisierung ins Spiel kommt. Sprinkler bewässern eure Felder, Bohrer fördern Mineralien, und wer noch mehr Komfort möchte, schickt Drohnen zum Ressourcensammeln aus. Die Mechanik dahinter ist bewusst simpel gehalten: Gerät aufstellen, mit Batterie und Kabel verbinden, fertig. Wer komplexe Fabrik-Sim-Systeme erwartet, wird hier nicht bedient, wer aber entspannt Abläufe optimieren möchte, kommt voll auf seine Kosten.

Sobald ihr auf eurer Startinsel die Überreste eines abgestürzten Luftschiffs findet, öffnet sich die eigentliche Welt von Solarpunk. Das gebaute Luftschiff wird zu eurem wichtigsten Werkzeug, um weitere Inseln anzufliegen und neue Baupläne von einem freundlichen Roboter-NPC einzutauschen. Diese Baupläne treiben die Progression spürbar an und motivieren, immer eine Insel weiterzufliegen. Ihr seid dabei nicht auf eine einzige Basis beschränkt, sondern könnt euch auf jeder Insel ein neues Zuhause einrichten, alleine oder im Koop mit Freunden.

Sanfte Bilder, sanfte Töne

Grafisch setzt Solarpunk konsequent auf weiche Formen und warme Farben. Die PS5 stellt die schwebenden Inseln mit angenehmer Weitsicht dar, Animationen laufen flüssig, und gerade das Spiel mit Licht bei Sonnenauf- und -untergang sorgt für einige richtig hübsche Screenshot-Momente. Wer High-End-Fotorealismus erwartet, ist hier falsch, wer aber einen konsistenten, wohltuenden Look sucht, wird bestens bedient.

Beim Sound setzt Cyberwave auf leise, zurückhaltende Instrumentalstücke, die den entspannten Ton der Welt unterstreichen, ohne aufdringlich zu wirken. Umgebungsgeräusche wie Wind, Wasser und das Surren eurer Automatisierungsgeräte tragen deutlich mehr zur Atmosphäre bei als die Musik selbst. Etwas schade ist, dass sich die musikalischen Loops nach längeren Sessions merklich wiederholen und dadurch etwas an Wirkung verlieren.

Solarpunk Screenshot 02

DualSense über den Wolken

Auf der PlayStation 5 fühlt sich die Steuerung angenehm direkt an. Die Charakterbewegung reagiert präzise, das Wechseln zwischen Werkzeugen, Baumenü und Inventar geht dank durchdachter Button-Belegung schnell in Fleisch und Blut über. Das haptische Feedback des DualSense-Controllers macht sich vor allem beim Abbauen von Ressourcen und beim Steuern des Luftschiffs bemerkbar, kleine Vibrationen unterstreichen Wind und Antrieb angenehm subtil, ohne zu übertreiben.

Auch technisch macht Solarpunk auf der PS5 einen soliden Eindruck. Ladezeiten zwischen den Inseln fallen kurz aus, Framerate und Darstellung bleiben auch bei größeren Basen und mehreren Automatisierungsketten stabil. Bugs oder Abstürze sind uns während des Tests nicht begegnet, was angesichts der Systemvielfalt aus Farmen, Drohnen und Stromnetzen keine Selbstverständlichkeit ist. Wer mit Freunden im Koop unterwegs ist, profitiert zudem von einer unkomplizierten Einrichtung gemeinsamer Sessions.

Solarpunk Screenshot 03

Unser Fazit zu Solarpunk

Solarpunk ist kein Spiel, das mit Spannung, Herausforderung oder einer packenden Geschichte punkten will. Es ist ein Spiel, das euch einlädt, langsamer zu werden, eine Insel nach der anderen zu erkunden und dabei stetig kleine Fortschritte zu feiern, vom ersten Sprinkler bis zum eigenen Luftschiff-Flottenverband. Gerade auf der PS5 macht die Kombination aus entspannter Steuerung, angenehmem haptischem Feedback und stabiler Performance großen Spaß.

Wer lineare Progression und wenige Langzeitziele als Manko sieht, wird hier und da etwas Leerlauf verspüren. Für alle, die genau das suchen, nämlich Bauen, Farmen und Fliegen ohne Druck, ist Solarpunk aktuell eines der entspanntesten Survival-Erlebnisse auf der Konsole.

8.0
Gesamtwertung
Solarpunk im Test: Entspanntes Survival-Crafting über den Wolken

Solarpunk verzichtet bewusst auf Kampf und Druck und setzt stattdessen auf entspanntes Bauen, Farmen und Fliegen über schwebende Inseln. Auf der PS5 überzeugt der Titel mit angenehmer Steuerung und stabiler Performance, auch wenn Langzeitmotivation und Progression etwas dünn ausfallen.

Gameplay 8.0
Grafik 8.0
Sound 8.5
Steuerung 8.0
Vorteile
  • Entspannte, druckfreie Survival-Erfahrung ohne Kampf
  • Bunte Welt mit vielen unterschiedlichen Himmelsinseln und Biomen
  • Einfach zugängliche Automatisierung von Farmen und Rohstoffabbau
  • Angenehme Steuerung mit spürbarem DualSense-Feedback auf PS5
  • Solo und Koop möglich
  • Stabile technische Performance ohne Bugs oder Abstürze
Nachteile
  • Progression verläuft recht linear und kann nach einiger Zeit etwas eintönig wirken
  • Wenige langfristige Ziele jenseits von Bauen und Dekorieren
  • Fehlender Kampf kann für manche Spieler Leerlaufgefühl erzeugen
  • Musikalische Loops wiederholen sich nach längerer Spielzeit merklich

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